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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1937-01-01 · Heft 1 · p. Seite 18

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
81 (1937)
Issue
Heft 1
Article
Der Menschensohn
Date
1937-01-01
Page
Seite 18 (sequence 7)
Language
German
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18 Leo Baeck ist die Zeit nach, den Paulusbriefen; denn diese haben unser Wort überhaupt nicht, begreiflicherweise nicht als Zitat, da sie ja nichts eigentlich Apokalyptisches enthalten, aber auch nicht als Benennung des Christus, obwohl sie es so haben müßten, wäre es damals schon zum bestimmten Ausdruck für ihn geworden. Es ist die Zeit nach dem Barnabasbrief; denn wenn dieser, fast leidenschaftlich, kurz erklärt: ״Jesus, nicht Menschensohn, sondern Gottessohn“, so kann wiederum unser Wort noch nicht den Christus eindeutig bezeichnet haben8. Aber es ist die Zeit vor den Briefen des Ignatius; denn wenn dieser an die Epheser schreibt — und es klingt dies wie ein sehr betonter Einspruch gegen jenen Satz des Barnabas —: ״Jesus Christus, der Menschensohn und Gottessohn“9, so ist hier das Wort bereits zu dem neuen Begriffe geworden, welcher Wesen und Namen des Christus umschreiben soll. Der Bedeutungswandel hat sich also in der Wende vom ersten zum zweiten Jahrhundert vollzogen. Zu welch festem Terminus der Ausdruck dann allgemein geworden ist, bezeugt auch ein Satz, in dem Rabbi Abbahu, ein jüngerer Zeitgenosse des Origenes und wie dieser in Cäsarea lehrend, sich gegen die Christologie der Kirche wendet. Wenn es hier heißen kann: ״Sagt dir einer: ,ich bin Gott4, so lügt er, ,der Menschensohn bin ich4, so wird es ihn geleiden, ,ich steige zum Himmel empor4, so hat er gesprochen und wird nicht vollbringen4410, dann stand damals das Wort ״Menschensohn44 so bestimmt da, um eindeutig vom Christus der Kirche und nur von ihm zu sprechen, daß es in der religiösen Auseinander- Setzung das Erkennungswort sein durfte. Auch der Raum, in welchem sich die Umbildung vollzog, ist klar erkennbar. Da im Judentum jener Zeit, wie die Targumim und die alten talmudischen und midraschischen Schriften zeigen, das Wort Menschensohn nur schlechthin für den Menschen, nicht aber als Name für den Messias gebraucht wird11, so kann es, was ja 8 Barnabasbrief 1210. 9 Ignatius, Eph.es. 202. 10 Jer. Taanit II, 1 Ende, S. 65b unten. Vergl. den Satz des Eleasar Hakkappar, der in Anm. 5 angeführt ist. 11 Unter den zahlreichen Belegen seien als besonders charakteristisch angeführt: ein Satz des Abbahu in Jer. Joma V, 3 S. 42 c — Fes. R. Kah. S. 178a ״nicht ein Mensch — bar nasch —7 sondern Gott", ferner ein Satz

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