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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1937-01-01 · Heft 1 · p. Seite 14

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
81 (1937)
Issue
Heft 1
Article
Der Menschensohn
Date
1937-01-01
Page
Seite 14 (sequence 3)
Language
German
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14 Leo Baeck mit einer gewollten Alter ttimlichkeit, läßt den Künder wieder von dem Boten Gottes mit Namen angeredet werden. Wenn unser dichterischer Ausdruck ״Menschensohn“ für Ezechiel der ist, mit welchem ihn der Spruch Gottes fordert, so ist es der Art dieses Propheten gemäß, der sich immer wieder von Gottes erhabener Allgewalt ergriffen und niedergeworfen fühlt und darum immer erst angerufen und aufgerichtet werden muß, aber angerufen nicht mit seinem Namen, sondern eben mit diesem Worte ״Menschensohn“, in welchem sieh ihm der ganze Abstand Yon Gott auf tut. Yon Ezechiel hat wieder das Buch Daniel das entlehnt; auch Daniel, zu Boden gedrückt, wird einmal so Y0n dem Abgesandten des Himmels angesprochen3. Aber daneben gibt die Danielschrift unserem Worte, und ebenso seinen gleichlaufenden, einen besonderen Ton, Sie erzählt Yon Wesen, die der höheren Welt zugehören, und die das Aussehen eines Menschen haben. Sie folgt darin Wendüngen, in denen Ezechiel seine erste Vision geschildert hat. Wie dort gesagt ist: ״Gestalt Yon vier Chajot, und dies war ihr Aussehen, Gestalt eines Menschen hatten sie — d’mut adam“ — ״auf der Gestalt des Thrones eine Gestalt, anzusehen wie ein Mensch — ״d’mut k’mare adam“ —, ganz so hier: ״Siehe, mir stand einer gegenüber, anzusehen wie ein Mann — k’mareh gaber —“, ״Siehe, einer wie Gestalt der Menschenkinder rührte an meine Lippen — kidmut b’ne adam —“, ״Wieder rührte mich an der wie ein Mensch aussah — k’mare adam —“, und dann schließlich in dem aramaischen Abschnitt der Satz, der religionsgeschichtlich so bedeutungsvoll werden sollte ״Siehe, mit den Wolken des Hirnmels war einer wie ein Menschensohn gekommen — k’bar enasdh“ —. Immer ist also hier gesprochen nicht Y0n einem Menschen, sondern Yon einem, der das Aussehen eines Mensehen hat, der wie ein Mensch erscheint, und erst, wenn weitere Bezeichnungen dieses selbe verdeutlichen, wird auch ® Ez 21 und oft; 28־ und oft; Gen 221; Ex 34; I Sam 310; I Reg 199 u.!1; Amos 78; 82; Jer ln; 243; Jes 69; Sech 42; 62; Dan 1011L; 124 u. 9; 817. Für den Menschen schlechthin im Gegensatz zum Tierr einmal auch im Gegen״ satz zu Gott ist im Buche Ezechiel das Wort adam gebraucht.

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