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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1937-01-01 · Heft 1 · p. Seite 9

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
81 (1937)
Issue
Heft 1
Article
Vom Sein und Sinn Gottes
Date
1937-01-01
Page
Seite 9 (sequence 7)
Language
German
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IRI
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Vom Sein ־und Sinn Gottes 9 gebietenden, richtenden, sie mit seiner Vorsehung umhegenden erfahren. Gott ist unendlich. Das bedeutet für uns, daß unser Geist in sein Wesen nicht eindringt. Er ist vollkommen. Das gestattet uns, uns eine fragmentarische Vorstellung von seiner Erhabenheit zu machen, indem wir den höchsten von uns erlebbaren Wert, den ethischen, im Gefüge seines vollkommenen Seins als realisiert annehmen. Kraft dessen ist Vertrauen zu ihm, wird Gemeinschaft mit ihm möglich. Man möchte meinen, daß das, was hier begrifflich formuliert wurde, seinen stilgesetzlichen Niederschlag bereits in der Gestalt gefunden hat, in der uns die prophetischen Berufungen geschildert werden. Wir wollen das an einigen Beispielen knapp illustrieren. Mosche wird am brennenden Dornbusch von Gott angerufen (Ex 32 ff.). Der Text sagt zwar, daß der Engel des Ewigen ihm in der Feuerflamme, aus der Mitte des Dornbusches erschien. In der Tat aber schaut Mosche nur ״diese große Erscheinung“, nämlich, wie der Dornbusch im Feuer flammt, aber nicht verzehrt wird. Er will das Merkwürdige aus der Nähe betrachten, um zu erkennen, was daran ist, warum der Dornbusch nicht verbrennt; Doch Gott verweigert ihm das Recht, sich ihm zu nahen. Der ״heilige Boden“ besagt offenbar für diesen religiösen Geist das Nämliehe wie der von Schranken zu umhegende Berg Sinai (Ex 1923), dem das Volk sich nicht nähern darf, damit der Ewige nicht verderbend in seine Mitte einbreche. Auch als sich Gott ihm als der Gott der Väter offenbart, bleibt er der Gott, den der Mensch nicht schauen darf. Ja, der Vers 6b, nach dem Mosche sein Antlitz verhüllt, weil er sich fürchtet, auf Gott hinzuschauen, will gerade sagen, daß dieser als Gott der Väter euch vertraute Gott in geheimnisvoller Unsichtbarkeit verharrt. Dann erst kommt der Auftrag der Sendung. Daß im Folgenden (V. 14) Gott auf das Drängen des Mosche seinen Namen nennt, tritt zurück hinter der vorher und nachher im Interesse des praktischen Zwecks breit ausgeführten Selbstcharakterisierung als Gott der Väter. Denn was immer ehe je bedeuten mag, welches ״Wesen“ mit diesem Namen gedeckt werden soll, gerade hier wird mit dieser Namens-

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