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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1936-01-01 · Heft 1 · p. Seite 72

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
80 (1936)
Issue
Heft 1
Article
Jüdische Grabsteine und Urkunden aus der Steiermark
Date
1936-01-01
Page
Seite 72 (sequence 15)
Language
German
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72 D. Herzoge und die fast wie ein Lockmittel sich anschauen, um den Handel dortselbst wieder zu beleben, wenngleich anderen Juden durch dieses gewährte Privileg der Handel dortselbst erschwert worden sein dürfte. Nicht ohne gewisse Bedeutung ist auch das ange~ fochtene Urteil des Judenrichters Merten Hechtl in der Klage, die Jakob, der Schwiegersohn Meirs aus Pettau, führt56. Aber immerhin wird Handel und Wandel auch in diesem Jahrhundert noch ziemlich ansehnlich gewesen sein, weil man sonst Juden״ richter und Judengericht dort nicht benötigt hätte. Als Schluß dieser Urkunden lasse ich noch eine äußerst interessante Urkunde vom 24. Dezember 1488 des Richters und der Stadt Laibach an den Richter und Rat der Stadt St. Veit in Kärnten hier abdrucken, in der ein Sohn des Juden Nachman aus Laibach allerdings ohne zureichende Gründe bezichtigt wird, eine falsche Urkunde sich habe nutzbar machen wollen57. 1. HHuStA. Wien. (StLA. 1756 d). 1311, Dezember 7.58 [Herted. (Hartnid) von Leibentz (Leibnitz) und seine Hausfrau Agnes bekennen zu Bürgen gesetzt zu haben ״den edlen herren heren Wlreich den nach Pettau aus der Steiermark gekommen, sei, weil sie dortselbst 1439 ver״ trieben worden sind, so ist -dies ein doppelter Irrtum, einmal darum, weil vom einer Vertreibung der Juden aus der Steiermark in dieser Zeit keine Rede sein könne, dagegen sprechen, ja auch die zahlreichen Urkunden aus dieser Zeit, die wir von Juden in der ganzen Steiermark besitzen, dann zweitens auch darum, weil die früher allgemein angenommene Vertreibung der Juden aus Graz um diese Zeit auch trotz der jüngsthin vorgebrachten Einwände Popelkas in seiner ״Geschichte der Stadt Graz“, Graz 1935, II. B-, S. 339 Anm. 261, über die ich in einem anderen Zusammenhang sprechen werde, mit, wie ich glaube, sachlich unwiderlegbaren Beweisen widerlegt habe in: meinem in der Zeitschrift für die Geschichte der Juden in der Tschechoslowakei, Brünn~Prag 1933, 3. Jahrg., Heft 3—4, S. 172, erschienenen Aufsatze über diesen Gegenstand. 56 Vgl. Urk. 12 u. Rosenberg, S. 25, Anm. 2. 57 Diese Urkunde habe ich im Nachlaß A. Luschins v. Ebengreuth im steierm. Landesarchiv gefunden, der nach!einer Notiz an der Urkunde sie aus einer Abschrift, die sich im Besitz von S. Bischoff befunden, ab״ geschrieben hat. Das Original dürfte sich im Stadtarchiv von St. Veit befunden haben:. 58 Originalpergameniturkunde im HHuStA.. Wien, mit angehängtem Siegel in ungefärbtem Wachs. Schild mit einem Hirschgeweih von 10 oder 12 Enden, + S. Hertnidi de Leibenz. Die Wahrung der erzbischöflichen Interessen des Salzburger Erzbistums für alle steirischen Besitzungen oblag dem salzburgischen Vicedominus (״Viztumb“), der seinen Sitz in Leibnitz

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