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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1936-01-01 · Heft 1 · p. Seite 71

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
80 (1936)
Issue
Heft 1
Article
Jüdische Grabsteine und Urkunden aus der Steiermark
Date
1936-01-01
Page
Seite 71 (sequence 14)
Language
German
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Jüdische Grabsteine und Urkunden aus der Steiermark 71 Haus an Jakob den Juden und seine Frau Gnanna um 40 Mark Silber49. Die größte Bewegung allerdings wird im 14. Jahr« hundert vorhanden gewesen sein, worauf ja die auf Juden sich beziehenden Punkte im dortigen Stadtrecht50 und unsere Ur« künden hinweisen, aus welch letzteren namentlich ersichtlich ist, daß den Juden Eysak51, Izzerlein52, Judel und Suezlein eine besondere wirtschaftliche Funktion zugefallen sein dürfte. Im 15. Jahrhundert allerdings scheint bereits eine gewisse Störung im Wirtschaftsbetriebe der Juden sich eingestellt zu haben. Darauf weist zunächst hin, daß sie im Juli des Jahres 1404 ohne zureichenden Grund gefangen genommen und erst am 5. No« vember desselben Jahres entlassen worden sind und sie ähnlich wie in Salzburg die Stadt verlassen mußten, nicht ohne vorher eine Urfehde wegen der ungerechtfertigten Gefangennahme und der Einziehung ihrer Häuser ausstellen zu müssen. Diese Häu« ser wurden dann mehrfach den Verwandten oder Günstlingen der Erzbischöfe verschenkt. So wird das Haus des Süßlein vom Erzbischof Eberhard III. von Neuhaus seinen Brüdern Siegmund und Andreas gegeben, andere Häuser wieder anderen53. Aller« dings scheint die Ausweisung nicht von langer Dauer gewesen zu sein, denn bereits im Jahre 1423 nimmt der Erzbischof von Salzburg bei Herzog Ernst die Juden in Schutz, daß sie ihre Waren, ohne sie in St. Veit versteuern zu müssen, nach Pettau ein« und ausführen dürfen54. Es ist gewiß auch nicht ohne Bedeutung, daß Erzbischof Johann II. von Salzburg im Jahre 1432 dem Juden Mayer aus Bernkastel (bei Trier) Rechte ein« räumt, wie sie selten einem Juden eingeräumt worden sind55 40 Rosenberg S. 91, Anm. 3. 50 Vgl. weiter S. 73. 51 Ich möchte glauben, daß unser Eysach, vg. Urk. 107 identisch, ist mit dem Schaffer Eysak, der als Vertrauensmann Isserls aus Marburg in und um Pettau Geschäfte für denselben getätigt hat; vgl HHuSt., Urk. vom 26. Mai 1361 u. Rosenberg S. 90r Anm2 .׳. 52 Ob der in unseren Urkunden 3—5 genannte Izzerein mit dem in Marburg wohnenden und namentlich in den Jahren 1351—1362 Geschäfte treibenden berühmten Isserl.ein idbntisch ist, wie dies Altmann, a. a. O., S. 89 und ihm folgend Rosenberg, S. 127, Exc. VI annimmt, möchte ich bezweifeln. 53 Altmann, S. 126 f. 54 Vgl.. Rosenberg S. 31 Anm. 1. 55 Altmanii S. 141, 146 u. 218 f. u. Rosenberg S. 86. Wenn Altmann, S. 146, auf Grund von Scherer meint, daß der spätere Zuzug von Juden

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