Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Jüdische Grabsteine und Urkunden aus der Steiermark
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 73 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 73% known words query
- IRI
…/2829132-2830015-2830017-2850312--53862-2850395- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Jüdische Grabsteine und Urkunden aus der Steiermark 73 vreien von Senek (Sanneck) hintz Suezlein dem jud'en ze Petau50 vm aines min sechtzith (60) march silbers auf sant Jacobstach, der schirist chuenftich wirt“ und geloben den Sannecker für allen ihm aus dieser Bürgschaft etwa entspringenden Schaden schadlos zu halten. Zeugen: Wlfinch von Lindek, Ortolf der Pircher, Hainrich der Tauner, Chuenczel von dem hailigen Suntag60, Hainrich der Vaizt, Enderli tze Feustritz, Johans der riehter tze Feustritz. — Tausent iar drew hundert iar in dem ainleftem iar des nesten Eritages nach sant Niclaus tag des heiligen pischof. 2. StLA. 1847 d. Leibnitz,: 1319, Jänner l.61 [Friedrich, Erzbischof von Salzburg nimmt die Juden, welche sich mit Haus in Pettau ansässig machen, in seinen Schirm mit gänzlicher Freiung für drei Jahre], Wir Fridrich von Gots gnadn ertzbisdhof ze Salczburg, legat des stuls ze Rom, vergehen vnd tun chunt allen, den die disn prief sehent oder horent lesn, daz wir di iudn, di sich mit haus setzent in vnser stat ze P e 11 o w, genomen haben in vnser scherm vnd in vnsern vrid vnd haben in geben gantz vreivng ze drin.62 iarn. Daz in der stett vnd vnzebrochen beleih^ gab wir in disn prief zu einem offen vrehund versigelten mit vnserm hangendem insigel, der ist gehn ze Leibintz an dem 13zehendem tag do von Christes gepurt warn drevzehn hundert iar darnach in dem nevn« czehentem iar. (Steiermark) hatte, der also auch über die Herrschaft Pettau die Aufsicht führte. Gewöhnlich, meint Pirchegger a. a. Ov S. 12, wurde diese Stelle durch den Pfarrer von Pettau besetzt. Zu unserer Urkunde vgl. S. 17d dortselbst. 59 Dieser Suezlein ist ja nicht zu verwechseln mit dem in einer Ur״ künde vom 4.. September 1351 erwähnten) Judenmeister Suezzlein vgl. I. E. Scherer, Die Rechtsverhältnisse der Juden usw., Lpz. 1901, S. 540. 60 Gemeint ist das Deutsdhordenshaus zum ״heiligen Sonntag"“, vgl. Pirchegger S. 16 sub. a. 61 Salzburger Urbar aus dem 14. Jahrh., Pergamenthandschrift Joan. Archiv L 101, Absch. StLA. Yergl. auch Pirchegger S. 17, Das im Jahre 1376 beschlossene Pettauer Stadtrecht bestimmte in bezug auf die Juden folgende Anordnung: Der iuden rieht er schol (soll) den iuden auz warten nach iren rechten. Und schullen di iuden ire brief, die seu haben hintz den pur gern (Schuldbriefe) jaerlich furtragen in: die schrang (Schranne, Gerichtshof) für den statrichter vnd ir vordrung־ darauf melden. Aber ireu schreinphant (die in Schränken aufbewahrten Pfänder), die seu von den Christen habent, die mugen seu an dem phinstag (Donnerstag) für Iren iudenrichter furtragen vnd iren rechten damit nachvaren. Auf kircheni chlained (Kleinade), auf plutigs gewant, auf rochz garn (rohes, unverarbeitetes), auf ungewundenz choren (ungebundenes Korn) vnd auf gesnittens gewant, daz noch unberait ist, schullen die iuden nicht leihen Es schullen auch die iuden in der stat zu Pettau weder schencken noch chainerlay־ chaufmanschaft treiben vnd schullen auch mitleiden, so der stat ein groß notdurft zustet mit pessrung. Vgl. damit Bischoff, Das Pettauer Stadtrecht vom Jahre 1376 (in Sitzungsberichten der Akademie der Wissenschaften in Wien), Wien, 1886, CXni 695 ff., wo in den Artikeln 18 und 96—99־ die obigen.־ Bestimmungen enthalten sind. Vgl. auch J. E. Scherer, S. 549 f.; Altmann, S. 99f,, u. Rosenberg, S* 19, Anm. 1. 62 Drei.