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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1936-01-01 · Heft 1 · p. Seite 68

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
80 (1936)
Issue
Heft 1
Article
Jüdische Grabsteine und Urkunden aus der Steiermark
Date
1936-01-01
Page
Seite 68 (sequence 11)
Language
German
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68 D. Herzag und wurde 1468 an Ruprecht v. Windischgrätz verkauft39. — Was* das Schloß anbelangt, so dürfte den älteren inneren Bau Christoph v. Windischgrätz im Jahre 1540 aufgebaut haben, hingegen den Bau des größeren Teiles des neuen Schlosses dürfte Pongraz v. Windischgrätz etwa um das Jahr 1570 in die Wege geleitet zu haben. Wie ist nun dieser Stein hiehergekommen? Haben hier in Waldstein Juden gewohnt oder aber ist auch er, wie z. B. der Stein Nr. 4 in Oberpettau, von auswärts hiehergebracht worden? Wir können diese Frage dahin beantworten, daß der Stein tatsächlich einem in Waldstein verstorbenen Juden gestellt worden ist. Denn unweit vom Schlosse, nordwärts, befindet sich ein mit fester steinerner Mauer umgrenzter ziemlich großer Platz, der noch heute von der Bevölkerung daselbst allgemein als der Judenfriedhof bezeichnet wird. Herr Forstrat Klug, dem ich alle diese Angaben zu danken habe, hat vor mehreren Jahren hier den Boden aufschütten und die vordere Mauer zum Teil ab tragen lassen. Es muß eine prächtige, schöne Anlage gewesen sein, worauf ja auch die so gut erhaltene steinerne Umfriedungsmauer schließen läßt. Wie lange der Friedhof bestanden haben dürfte, wird sich kaum sagen lassen; aber es ist anzunehmen, daß er bald nach der Vertreibung der Juden aus der Steiermark im Jahre 1497 aufgelassen, der Platz aber von den jeweiligen Besitzern geschont worden sein dürfte, worauf ja auch die bis heute gut erhaltene Mauer schließen läßt. Unser Stein dürfte etwa um den Beginn des 16. Jahrhunderts in die Burg als historisches Denkmal übertragen worden sein. Das schließe ich daraus, daß die Burg von 1540 an nicht mehr von dem Herrschaftsinhaber, der sich ja unten das Schloß baute, bewohnt wurde, ich also nicht gut annehmen kann, daß man später dann solche historische Denkmäler dort in der Burg angebracht hätte. Wann der Stein von der Burgkapelle, wo er an einer Wand befestigt war, worauf ja auch der am unteren Ende angebrachte und noch heute deutlich sichtbare eiserne Haken 39 Vgl. hierzu Prof. Dt. Göth, Beschreibung steiermärkischer Schlösser und Burgen [in ״Mitteilungen des historischen Vereines für Steiermark], Graz 1852, Heft 7, S. 132; Ambros Gasparitz, Deutsch Feistritz und Peggau, Graz 1890, S. 5 f. u. Janisch, a. a. 0.r B. III, 1248 f., s. v, Waldstein.

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