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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1936-01-01 · Heft 1 · p. Seite 66

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
80 (1936)
Issue
Heft 1
Article
Jüdische Grabsteine und Urkunden aus der Steiermark
Date
1936-01-01
Page
Seite 66 (sequence 9)
Language
German
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66 ׳ D. Herzog gemauertes Grabsteinfragment, das bei Baumgarten S. 61 mit vielen Fehlem abgedruckt ist. Die beiden in einem sehr un״ beholfenen und plumpen Duktus eingemeißelten Inschriften,, von welchen namentlich die rechts angebrachte kaum zu entziffern ist, sind nur schwer leserlich. Sie lauten etwa: צ[יון331 מצבנה]88 הלש34 נמ!]תת30 לרא[ש] מז31 שבתני] עף* בר35 4. Ein im gräflich Herbersteinischen Schloß in Oberpettau eingebautes, 30 cm hohes, 24 cm breites und 12 cm tiefes Grab- Steinfragment, dessen 6^ cm hohe Buchstaben noch Reste einer Vergoldung aufweisen, und das ursprünglich beim Neubau des Palais Herberstein in Wien, Ecke der Herren״ und der Schauflergasse gefunden und dann nach Oberpettau überführt worden ist. Es lautet: 29 Baum garten liest ״ד״ (sic!), was aber ganz unrichtig ist, denn die ersten 3 Buchstaben sind deutlich! sichtbar und ist an deren Lesbarkeit nicht zu zweifeln. 30 Baum garten falsch: ותהיי, denn in Wirklichkeit sind die beiden תת deutlich zu lesen und wir haben hier das Wort מתת vor uns.. 31 So auch bei Baumgarten. Wenn nun auch die Kürzungspunkte fehlen,, so dürften die beiden Buchstaben auf eine Jahreszahl hin weisen, wahrscheinlich auf das Jahr 5047 ~ 1286 n. d. g. Z. 3 2 Da der dem deutlich zu lesenden ״ש״ vorgelagerte Buchstabe ganz gewiß ein ״מ״ ist, so wäre in diesen beiden Buchstaben vielleicht eine Ab״ kürzung der beiden Wörter מוצאי שבת zu suchen. Der Inhalt der Inschrift wäre also etwa folgender: Grabstein (gesetzt aus Anlaß) des Todes (des oder der N. N., gestorben im Jahre) (50) 47 (= 1286) am Ausgang des Sabbates usw. ......... 33 Baumgarten liest irrig ״כ״, in! Wirklichkeit stand hier, wie aus dem Anfangsbuchstaben ״צ״ zu ersehen ist, ציון Grabmal, vgl. II.. Kön 2317• 34 Vgl, ebenfalls II. Kön 23i7. 35 Kürzung für בן רבי Sohn des Herrn. Der Inhalt der Inschrift ist also folgender: Dieses Grabmal wurde gesetzt zu Häupten des Herrn Schabsi, Sohn des Herrn usw. Zum Schluß möchte ich hier noch bemerken, daß beide Steine an allen Seiten stärk beschädigt und große Stücke derselben abgebrochen sind.

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