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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1936-01-01 · Heft 1 · p. Seite 65

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
80 (1936)
Issue
Heft 1
Article
Jüdische Grabsteine und Urkunden aus der Steiermark
Date
1936-01-01
Page
Seite 65 (sequence 8)
Language
German
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IRI
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Jüdische Grabsteine und Urkunden aus der Steiermark 65 2. Ein mit sehr unbeholfener Schrift versehenes Fragment eines Steines, der an beiden Seiten, in der Breite und der Länge, stark beschädigt ist24. Von der Inschrift haben sich im ganzen Reste zweier Zeilen erhalten, die folgendermaßen lauten: שנפטתה]25 ו ר.26 ראשי27 הרת28 3. Ein in Form der üblichen Abbildung der beiden Gesetzestafeln, der Zehngebote, gehaltenes, hoch oben am Stadtturm einfreilich ״des in Ungarn üblichen Pärnes (Vorstehers)"* Aber ״Ungarn" wird! in mittelalterlichen hebräischen Texten bekanntlich nicht mit "אונגארן" sondern mit ״הגר״ bezeichnet. Wie Herr Bezirkshauptmann Baron Hermann L'Estocg, der kunstsinnige und sehr verdiente Konservator für Unterkärnten der Zentralstelle für Denkmalschutz in Volkermarkt (Kärnten), dem ich auch die obenstehende Notiz über Völkermarkt zu danken habe, die Güte hatte mir imitzuteilen, stand1 nach Überlieferung der Stein tatsächlich am ehemaligen jüdischen Friedhof in Völkermarkt und wurde dann, auf bisher unbekannte Weise an die Kirche St. Stefan, bei Niedertrixen abgegeben. Vor etwa 70 Jahren wurde dann der Stein nach Klagenfurt gebracht und1 befindet sich derzeit in der Steinsammlung des Kärntner Geschichtsvereins; vgl. Oest. Kunsttopographie, Herzogtum Kärnten, Wien. 1889, B. I, S. 469, Kol. 2. 23 Vgl. Zimz, a. a. O., S. 445 und mein: Der jüdische Grabstein in der Burg zu Graz2, Frankfurt a. M. 1928, S. 7. 24 Abgebildet hei Ruzdcka, S. 21. 25 Der Stumpf dies ersten ש noch deutlich sichtbar. Es ist mithin zu lesen: שנפטרה* 25 Es besteht kein Zweifel, darüber, daß der Vertikalstrich des ersten mit einem Kürzungspunkt versehenen Buchstaben geschweift ist, wir es mithin mit einem ״ז״ zu tun haben. Der 2. Buchstabe wird kaum ein ״ל״ sein, weil der obere Vertikalstrich fehlt, wir es also hier nicht mit der Euphemie זכרונה *לברכה zu tun haben. Vielmehr dürfte hier ein ״n» gestanden haben, als Anfangsbuchstabe entweder des Monates תמוז (Tamus Juli oder des Monates תשרי (Tisri September). Auf keinen Fall aber kann, wie dies Moses tut (a. a׳. O1., S. 21, Anm. 2) ... וב gelesen werden, weil ja der untere Horizontal strich des "נ" fehlt, hingegen aber ist der untere Stumpf des linken Vertikalstriches des ״ת״ deutlich wahrnehmbar.׳ 27 Hier dürfte vorher das Wort עטרת gestanden haben, entlehnt Hiob 19», allwo es heißt: וי&ר] עטרת ראשי] (die Krone) meines Hauptes. Falsch ist die Lesung האשה bei Moses, a. a. O., S. 21r Anm.. 2. 28 Deutlich מרת und1 nicht wie bei Moses [מר[ת• Die Inschrift wird in der Übersetzung etwa gelautet haben: (Hier ruht meine Mutter [oder meine Frau], die gestorben ist am 7. Tamus (oder 7. Tisri)r (die Krone) meines Hauptes, Frau [N. usw.]. Monatsschrift, 80. Jahrgang? , _ 5

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