Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Jüdische Grabsteine und Urkunden aus der Steiermark
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 64 (sequence 7)
- Language
- German
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64 D. Herzog־ gen von L. Moses. Allen diesen Arbeiten haften in der Lesung große Mängel an. Dieser Stein wurde gesetzt zu Häupten des Herrn David, dem Sohne des Herrn Moseh, der eingegangen in seine Ewigkeit am Sonntag, den 20. im Monate Kislew [des Jahres] 864 [22. November 1103], nach der gekürzten Zeitrechnung. Möchte seine Seele eingebunden sein im Bunde des Lebens. Amen, Amen, Amen, Selah. האבן הואת אשר הוקם לראש ר׳ דוד ברי משה ש20 שהלך לע לעולמו ביו21 א כ ימים לירח כסליו אנחמה22 לפרט ועצבה : א(מן>א(מן)א(מן) סנלד.)23 20 Der Steinmetz, um der Inschrift und damit auch dem Stein ein gleichmäßigeres und gefälligeres Aussehen zu geben, hat einzelne Buch״ staben des kommenden Wortes der folgenden Zeile gegen alle Gepflogen״ heit zur Ausfüllung der vorgehenden Zeile!eingemeißelt, so z. B. das ש und in der folgenden Zeile לע• Die Unkenntnis dieses Tatbestandes hat Baumgarten beide Male irregführt. 21 Für ביום♦ 22 Bei Moses fehlen, die als Kürzungszeichen dienenden, über den. ein״ zelnen Buchstaben gesetzten diakritischen Punkte, wodurch natürlich die Datierung erschwert wird. Da das Chronostich ״אגחמה״ ganz deutlich zeigt, daß das ״מ״ den Kürzungspunkt nicht hat, so kann es sich;nur um einen Stein handeln, der einem am Sonntag, den 20. Kislew 4864 22. November 1103 Verstorbenen gesetzt worden ist. Es ist also unser Stein älter, als der in der periodischen Druckschrift ״Die Stimme“ (Jahrg. 1935, Nr. 456, S. 10) abgebildete in St. Stephan bei Niedertrixen [Trusne spodnja, Truzje spodn״ ja], Bez. Völkermarkt, Kärnten, gefundene jüdische Grabstein, der aus dem Jahre 1130 stammt. Übrigens ist aus der Inschrift klar und deutlich zu entziffern; daß der Verstorbene פרנם חנה באונגראב war, also ein, Mann, der in Untergraben (in der Inschrift gemäß dem Volksmund abgeschiffen, zu Un״ grab), hart bei Völkermarkt, vgl. meinen Aufsatz: ״Ein alter hebräischer Grabstein in Kärnten“ im ״Grazer Volksblatt“ v. 16. Feber 1936, gewohnt hat und Vorsteher in Völkermarkty das ja. im Mittelalter eine große jüdische Siedlung mit Tempel, Friedhof, einen Judenturm und eine Juden״ gasse hätte, gewesen ist. Ja, auch ein Judenbrunnen in der Nähe von Völker^ markt läßt sich bis ins 13. Jahrh. zurück verfolgen undi wird schon in der Reimchronik des Ottokar v. Horneck erwähnt. Der Herausgeber übersetzt