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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1936-01-01 · Heft 1 · p. Seite 63

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
80 (1936)
Issue
Heft 1
Article
Jüdische Grabsteine und Urkunden aus der Steiermark
Date
1936-01-01
Page
Seite 63 (sequence 6)
Language
German
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Jüdische Grabsteine und Urkunden aus der Steiermark 63 Hier haben sich bislang 1 gut erhaltener Stein und 3 Grab- Steinfragmente erhalten, deren Lichtbilder ich der großen Güte des Herrn Notars Viktor Skrabar in Ormoz (früher Friedau), einem gediegenen Kenner der steierischen Geschichte und dem sehr verdienten Erforscher von Petovio19 zu danken habe, ebenso wie die Abschrift der Urk. 12. 1. Der Stein, der ursprünglich eine römische Votivtafel war, weist einen Tief schnitt auf, der von 2 Säulen und einem Sockel umrahmt ist. Die sehr ungelenk eingemeißelte Inschrift weist darauf hin, daß der Steinmetz nur wenig Geschick im Ausmeißeln hebräischer Schriftzeichen hatte. Der Inhalt dieses Steines wurde zum erstenmal veröffentlicht von Emanuel Baumgarten, Die Juden in Steiermark, Wien 1903, S. 61, wo mitgeteilt wird, daß der Stein aus dem Wasser gezogen und neben dem Turm aufgestellt worden ist. Ihm folgt A. A11 m a n n in seiner ״Geschichte der Juden in Stadt und Land Salzburg'‘, Berlin 1913, S. 74, Anm. 22, der Baumgartens Lesung mit allen Fehlem nachdruckt und zuletzt Leon Ruzicka, Nachträge zur Geschichte der steiermärkischen Juden in dem von L, Mos e s hrsg. ״Jüdisches Archiv", Jahrg. II, Heft 1 u. 2, Wien 1928, S. 21, wo auch eine sehr mangelhafte Abbildung des Steines, (besser in Jüd. Lexikon III 486), beigefügt ist, mit Anmerkun- Meinung׳ Ausdruck verleiht,, die Juden beschäftigten1 sich, im früheren Mittelalter fast ausschließlich mit Handel, sie handelten besonders mit Sklaven, ist dies eine wissenschaftlich längst überholte und! unhaltbare Annahme. So z. B. sagt M. Hoffmann!, Der Geldhandel der deutschen Juden während des Mittelalters bis zum Jahr 1350 (Staatsu. sozialwissenschaftliche Forschungen, hrsg., von Gustav Schmoller u. Max Serin g, Heft 152), Berlin 1910r S. 17: Die direkten Zeugnisse über jüdischen Sklavenhandel sind.doch nicht sehr zahlreich; und Georg Caro, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Juden im Mittelalter und der Neuzeit (Schriften hrsg. von. der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums), Lpz. 1908, Bd. 1, S. 65: Daß die kommerzielle Tätigkeit der Juden sich auf den Sklavenhandel beschränkte, ist ebensowenig anzunehmenr als daß sie ausschließlich oder auch nur vorwiegend sich mit Handel beschäftigten usw. Ganz irrig aber ist es, Sklavenhandel für die Zeit und die Orte anzunehmen, von welchen Popelka in dem genannten Aufsatz spricht, denn um das 11. Jahrh, herum dürfte der Sklavenhandel in diesen Orten kaum noch, wenn überhaupt je getrieben worden sein. Vgl. Caro, a. a. O., S. 237. 19 Vgl. Grazer Tagespost 1935 v.* 12. November, Nr. 313r S. 9.

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