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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1936-01-01 · Heft 1 · p. Seite 61

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
80 (1936)
Issue
Heft 1
Article
Jüdische Grabsteine und Urkunden aus der Steiermark
Date
1936-01-01
Page
Seite 61 (sequence 4)
Language
German
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IRI
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Jüdische Grabsteine und Urkunden aus der Steiermark 61 die am Fuße der Zirbitzkogelgruppe (Seetaleralpen) liegt und auf der die landschaftlich reizende, geschichtlich bedeutsame, reiche Bergstadt Judenburg aufgebaut ist. Hier, wo der wich״ tigste Alpenübergang der Gegend, die Straße über den Neu״ markter Sattel und die Stubalpe sich befindet, zog auch die seit den Römerzeiten bis zum heutigen Tag überaus wichtige Han״ delsstrafie, die Italien mit den Donauländern verbindet, vorbei. Diese Stadt, die in einer Urkunde vom Jahre 1080 bezeugt12, aber ganz gewiß schon viel älter ist, besaß namentlich im 14. und 15. Jahrhundert eine bedeutende jüdische Siedlung mit einer reich bewegten Geschichte, die ich an einem anderen Orte darzustellen die Absicht habe. Trotz der Größe und der nicht geringen handelsgeschicht״ liehen. Bedeutung dieser jüdischen Siedlung haben sich mit Aus״ nähme von zahlreichen im steierm. Landesarchiv in Graz liegen״ den Verkaufs״ und Darlehnsurkunden, an Ort und Stelle merk״ würdigerweise keine Denkmäler erhalten bis auf einen Grab״ stein, den ich im Hause der Frau Wetti Payer, Prankergasse 10, entdeckt habe. Leider ist die Inschrift mit Ausnahme einiger weniger Buchstaben nicht mehr zu entziffern, weil der Stein als Stiegenplatte dient und in den vielen Jahrhunderten ganz ab״ getreten worden ist13. C. Pettau. Pettau (das römische Petovium, Petovio, Paetovio, heute Ptuj, Jugoslawien), eine am Kreuzungspunkt mehrerer Straßen in der Süd״Steiermark gelegene kleine Provinzstadt, die amphithea״ tralisch von der Drau zum dortigen Schloßberg aufsteigt, ist eine uralte Siedlungsstätte, welche am südwestlichen Abschnitt der ehemaligen römischen Provinz Pannonien lag und als eine der bedeutendsten Städte am Laufe des steierischen Drauteiles zu zählen ist. Für uns Juden hat diese Stadt auch insofern eine Bedeutung, als die hier im 1, Jahrhundert n. d. g. Z. sich befun״ denen römischen Legionen, den Belagerer Jerusalems, Vespa- 12 Zahn, Steier. lirkundenbuch, Graz 1875, I 91. 13 Über meine Bitte werden die beiden Herren Adolf Gottlieb und David Dachinger, welchen wir auch die so würdige Instandsetzung des heutigen Friedhofes daselbst,zu danken haben, sich bemühen, den Stein zu erwerben und auf den jüdischen Friedhof zu überführen.

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