Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Jüdische Grabsteine und Urkunden aus der Steiermark
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 59 (sequence 2)
- Language
- German
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Jüdische Grabsteine und Urkunden aus der Steiermark 59 der älteste aus dem Jahre 11033 4, der jüngste aus dem 14. Jahrhundert stammt, zeichnen sich ebenso wie die früher beschriebenen durch ihre Schlichtheit und Sachlichkeit aus, welche diesen Steinen einen so tief ergreifenden, ja erschütternden Charakter verleihen5. Ich lasse nun die Beschreibung der Grabsteine in alphabetischer Reihe ihrer Fundstellen folgen: A. Graz. 1. Ein im III. Bez., Geidorf, am Grabenhofenweg in der Umfriedungsmauer des Karmeliterklosters eingemauertes Fragment6. Es befindet sich etwa 84 cm vom oberen Teile der Mauer entfernt. Von dem aus Kalkstein bestehenden Stein ist nur ein 23 X 48 cm großer Teil erhalten. Nach der erhaltenen Schrift zu urteilen wird der Stein zumindest 1 m lang und 50 cm breit gewesen sein. Das Stück, das horizontal statt vertikal eingebaut ist, ist gewiß der Teil eines Grabsteins, der auf dem alten jüdischen Friedhof in Graz aufgestellt war und dann wie so viele andere jüdische Grabsteine nach der Vertreibung der Juden aus der Steiermark zu Bauzwecken verwendet worden ist7. Die Schrift ist tief eingeschnitten und weist einen nicht sehr gefälligen Duktus auf, was wohl zum Teil auch mit der Weichheit des Materials Zusammenhängen dürfte. Er ist einem (sonst unbekannten) Abraham, dem Sohne Samuels, etwa im Jahre 1343/44 n. d. g. Z., gewidmet. 3 Schriften der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums, Nr, 34, Breslau 1928. Vgl. namentlich 5. 10 f. 4 Es ist dies bislang der älteste hier in der Steiermark, ja, in den Alpenländern überhaupt auf gefundene Stein. 5 Jüd. Grabsteine u., Urk.„ Breslau 1931, S. 9. 6 Auf das Vorhandensein dieses Fragments hat mich mein hochgeschätzter Kollege Herr Univ-Prof, Dr. Hans Pirchegger, der von seinem Vetter Herrn Geistlichen Dt. Simon Pirchegger auf das Stück aufmerksam gemacht worden ist, hingewiesen, die Lichtbildaufnahme, die aus technischen Gründen mit anderen Bildern an einer anderen Stelle veröffentlicht wird> verdanke ich Frlv Liesl Spieler, die trotz der nicht sehr günstigen Lagerung dieses Steins, wie auch dessen von Wald^tein (vgl. weiter unten s. D1.), beide ausgezeichnet auf genommen hat. Beiden sei für ihre Mühewaltung an dieser Stelle inniger Dank gesagt. « 7 Jüd. Gräbst, u. IXrk. I, S. 6 f.