Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Jüdische Grabsteine und Urkunden aus der Steiermark
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 58 (sequence 1)
- Language
- German
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58 D. Herzog Jüdische Grabsteine und Urkunden aus der Steiermark. H. Von D. Her zog. I. Grabsteine. Im Jahre 1931 habe ich in dieser Zeitschrift, 13 in Graz und 2 (bzw. 1) in Marburg a. Drau (Maribor, Jugoslawien) gefundene jüdische Grabsteine veröffentlicht* 1. Ich möchte heute noch über die übrigen in der Steiermark vorhandenen jüdischen Grab״ steine, so weit sie von mir bislang ermittelt werden konnten, hier Mitteilung machen2. Wenn nun auch die Männer, denen sie gestellt worden sind, derzeit nicht weiter bekannt sind, so ist es immerhin möglich, daß sie im Zuge weiterer Forschungen an Bedeutung gewinnen können, ähnlich wie es beim. Grabstein in der Burg zu Graz der Fall war, bei welchem ich in dem auf diesem Stein Verzeichneten auf Grund von Urkunden einen in der Steiermark das wirtschaftliche Leben befruchtenden Mann aufzeigen konnte3. Die hier beschriebenen Steine, von welchen 22 ,,Bachui־“ ist nach Wachstem nicht unbedingt mit ״unverheirateter Mann*' zu übersetzen, sondern wird im 14. Jahrhundert vielfach im Sinne von ״ein Mann in kräftigem Lebensalter" gebraucht; W. zieht zum Ver״ gleich auch die Bezeichnung ״Bachura" heran. 23 Wegen des deutlich sichtbaren Abbreviaturzeichens ist noch ein Buchstabe zu setzen. Wachstein’s Vorschlag ״Treutl" zu lesen, zumal ״eu" oft durch ו״ wiedergegeben wird, ist annehmbarer als die von Löwenstein vorgebrachte Lesung ״Tritsch". 1 Breslau 1931r Heft 1/2, SA. Zu S. 7 dieser Arbeit macht mich Popelka darauf aufmerksam, daß die 4 ״aus dem Gemäuer am Franzens״ platze" stammenden Grabsteine jedenfalls vom Bau des Vizedomamtes, der zwischen Franzensdenkmai und Lambrechterhof stand!, stammen. Dieses Gebäude, das schon 1349 als ״Schreibhof" urkundlich bezeugt ist, erhielt nach der Mitte des 16. Jahrhunderts einen Vorbau, von dem die Steine her״ rühren dürften. Das Vizedomhaus wurde 1836 abgerissen. 2 Über die vielen Judensiedlungen in der Steiermark vgl. v. Zahn, Jos-, Ortsnamenbuch der Steiermark im Mittelalter, Wien 1893, S. 285 f., Popelka Fr., Der Name Judendorf in den östlichen Alpenländern und seine handels״ geschichtliche Bedeutung in ״Blätter für Heimatkunde", hrsg. v. hist. V׳er״ ein f. Steiermark, Graz 1935, Jahr.g. 13, Heft 4 u. 5, S. 57 f. u. Hans Dolenz, ebenda Heft 6, S. 124.;