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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1936-01-01 · Heft 1 · p. Seite 48

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
80 (1936)
Issue
Heft 1
Article
Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde
Date
1936-01-01
Page
Seite 48 (sequence 17)
Language
German
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48 M. Gaster und! B. Heller ren Reises den Priester oder König bezeichnet, führe ich noch eine ungarisch-slawische Sage an: König Matthias stand in seiner Jugend als Knecht im fremden Dienst. Ein König soll gewählt werden. Engel werden den krönen, — der vom eisernen Tische ißt. Matthias nimmt das Mahl auf der umgestürzten Pflugschar. Sein Knechtgenosse spottet: Dann wirst du König, wenn mein Peitschenstiel grünt und blüht. Sofort blüht der Stiel auf, Engel krönen den König (Chauvin, Bibliographie V. 51, Heller, Ethnographia, 1908, 19 f., 1909, 269, 1911, 251). 4. Life-token. Das Märchen von der Irrfahrt König Dawids nach Nob (Sanh. 95a), wo auch die von Gaster besprochenen Todesarten des Zermalmens und Aufspießens mitspielen, ist trefflich untersucht von Isr. Levi, REJ 1888, XVII, 202—209. In der Isr. Levi-Festschrift (REJ 1926, 82, 312 f.) habe ich die farbenreichere Fassung besprochen, welche wir Gaster verdanken: Nr. 155 seiner Exempla bietet nebst den zwei Zeichen, die der Talmud bewahrt: Wasser, das sich blutig färbt, die verfolgte Taube, noch weitere drei: Davids Mauleselin weint, sein Becher füllt sich mit Blut, sein Kranz welkt dahin. Gaster gibt auch viele Parallelen an. 5. Die aus Ben-Attar angeführte Sage vom Frommen, der durch den Baumgeist belohnt wird dafür, daß er seinen Baum nicht umbaut, findet ihre Parallelen bei Gaster (Exempla Nr. 307, 395). Am nächsten steht das indische Märchen vom Weber, der dafür, daß er den Baum nicht umhaut, vom Geist des Baumes einen Wunsch frei bekommt (Bolte-Polivka, II. 213). Auch die verwandte Fabel vom Geist, der die Zerstörung seiner Statue verhindern möchte, ist in Gasters Exempla aufgenommen, als Nr. 396. In entfernterer Verwandtschaft steht Exempla Nr. 423. Hier wird ein unrechtmäßig erworbenes (gefundenes) Vermögen in einem Baum verborgen, der Baum ausgehauen, weggeschwemmt, von einem Fischer aufgefangen, dem rechtmäßigen Eigentümer zugeführt. S. Gaster, Maaseh-Book Nr. 203, II, 690. 6. Für die Aggada R. Meirs, daß der Baum der Erkenntnis, der Weizen, ״Weizenbaum"' sei, bieten uns Dähnhardt Sagen zum A. T. die midraschische Grundlage, sowie die islamische Weiterentwicklung und ungarische Parallelen (212 ff.).

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