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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1936-01-01 · Heft 1 · p. Seite 46

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
80 (1936)
Issue
Heft 1
Article
Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde
Date
1936-01-01
Page
Seite 46 (sequence 15)
Language
German
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46 M. Gaster und B. Hellev II. B i n z e 1 n e s. 1. Ausführliches über den Stier von Phalaris in der Aggada s. bei Bacher, REJ 1902 XLV, 291—295. — s. a(uch Kautzsch, Apokryphen und Pseudepigraphen II, 437. 2. Mosis Stab ist vielfach untersucht worden: Von Isr. Abrahams in seiner Monographie The rod of Moses and its legendary story, von M. Grünbaum (Neue Beiträge, 161—164), von Saintyves (Essays de Folklore biblique, 90 f.), von Ginzberg (Legends II. 291 f. V. 411, 88, V. 412), von Rosmarin (Moses im Lichte der Agada, 75 f.), letzthin von Löw (Flora, IV. 408—410). Löw stellt die Fassungen knapp und klar zusammen mit dem Endurteil, ״das sind meist Nachklänge jüdischer Legenden'". In Wirklichkeit sind es zum größeren Teil Nachklänge islamischer Legenden. Die ältere Aggada läßt den Stab in der Dämmerung des Schöpfungssabbaths geschaffen sein, schildert ihn als einen Saphir, in den das Tetragramma eingegraben war, der 40 Seah wog (Fundstellen bei Rosmarin S. 75). Nun, ein Saphirstab könnte unmöglich ins Erdreich verpflanzt werden. Zum Stab, der Wurzel schlägt, macht ihn die islamische Legende, hier auch wird er zum Kampfpreis des Wettringens. Ein Engel hatte den Stab bei Mosis Schwiegervater zur Bewahrung gelassen. Mosis Braut reicht ihm diesen Stab. Ihr Vater will einen anderen geben lassen, doch immer wieder kehret dieser selbe Stab zu Moses zurück. Der Vater macht ihn streitig, ein Engel schlichtet den Streit durch einen Wettkampf: Der Schwiegervater kann den Stab nicht schwingen, Moses schwingt ihn leicht" (Tabari, Annales I. 460). Bei ThaHabi wird Mosis Stab zum Tischlein deck dich, zur Wünschelrute, zum Zauberstab: er leuchtet im Dunkeln, schafft Speise und Trank, läßt Honig und Milch fließen; wenn er an einen Baum rührt, reifen dessen Früchte; er trägt Moses, wenn dieser ermüdet, er zeigt den richtigen Weg, warnt vor Räubern, wird gegen Feinde zur Schlange, verscheucht wilde Tiere, tötet Drachen (Tha'labi ed Kairo 1325, 110—112). Spätere Legende erhöht die Zauberkraft: Wenn Moses irgend eine Frucht begehrt, so hat er nur den Stab in die Erde zu stecken, sofort blüht er auf und reifte das begehrte Obst (Saintyves, 91 f.). In Al- Kisais Prophetengeschichten entstammt Mosis Stab dem Eden,

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