Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 44 (sequence 13)
- Language
- German
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44 M. Gaster und! B. Heller seiner Gewährsmänner bis Wahb ibn Munabbih führt, dem berühmten, wohl auch berüchtigten Meister der Überlieferung der Israilijja. — Tha°labi schildert in einer ausführlichen Jesaialegfende auch das Martyrium (Quicac al-Anbiäi ed. Kairo, 1325, S. 208—210). 6. Islamische Zacharija-Legende. Die islamische Legende hegt für manche aggadische Motive eine derartige Vorliebe, daß sie sie auf mehrere Personen überträgt, z. B. die Jugendgeschichte Mosis wird auch auf Noe und besonders auf Abraham angewendet, — Nimrod, Pharao, Titus, Nebukadnezar werden mit ähnlichen Zügen ausgestattet. So ist nun die Martyrium-Aggada von Jesaia auf Zacharias, dem Vater Johannis des Täufers, übertragen. Wie Jesus geboren wird, verdächtigen die Juden den Zacharija, er habe sträflichen Umgang mit Maria gepflogen. Er muß flüchten. Sehejtän erscheint ihm in Gestalt eines Hirten und rät ihm, er solle Gott anrufen, daß er ihm einen Baum als Zufluchtsstätte öffnet. Zacharias betet, der Baum spaltet sich, er tritt ein, doch der Saum seines Gewandes bleibt draußen. Schejtän läßt ihn zersägen. ״Du findest keinen Juden, — schließt Tabari (Annales I. 734) — der diese Fransen nicht am Saume seines Kleides trüge/' (S. auch Ibn al-Athir, Tärich äl- Kamil ed. Bulaq 1290 S. 120 und Abulfeda ed. Fleischer S. 56 f.) Tha^Iabi ist auch hier wohl unterrichtet. Er kennt auch die Fassung, die wir soeben nach Tabari mitgeteilt haben, mit dem Zusatz, Scheitän klage den Zacharia an, er habe den Baum verzaubert. Doch früher noch bietet ThaTabi eine andere Legendengestalt: Als Zacharia sieht, daß sein Sohn Johannes der Täufer getötet worden, flieht er und gerät in einen Garten nahe zum Heiligtum. Ein Baum ruft ihm zu: Her zu mir, oh Prophet Gottesl Zacharias tritt in den Baum ein. Iblis ergreift den Zipfel seines Kleides und liefert den Gefahndeten den Häschern aus. Seither tragen die Juden am Saume des Kleides diese Fäden, ohne zu wissen warum (ThaHabi S. 240 f.). — Beachtenswert der Zug, daß der Baum selbst den Propheten anhält, anredet und sich ihm als Zufluchtsstätte anbietet. 7. Neue Sagen. Die Legende von Zacharia lebt noch heute bei den Muslimen zwischen Gardia und Laguat und knüpft sich aitiologisch an den Tamarindenbaum, um seine rote Farbe zu