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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1936-01-01 · Heft 1 · p. Seite 41

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
80 (1936)
Issue
Heft 1
Article
Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde
Date
1936-01-01
Page
Seite 41 (sequence 10)
Language
German
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Beiträge zur vergleichenden. Sagen״ und Märchenkunde 41 Sinn; daß David die ammonitischen Gefangenen als Zwangs״ arbeiter an die Sägen anstellte; also ihnen harte Frohne auf״ erlegte (s. z. B. Curtis״Madsen; A critical and exegetical Com״ mentary on the Books of Chronicles Edinburgh, 1910, S. 242 f., W. Rothstein״Hänel, Commentar zum ersten Buch der Chronik, Leipzig, 1927, S. 357). Umso zutreffender die Beobachtung Lieb״ rechts und Gasters, daß die Sage, in unserem Falle die Aggada, die Erinnerung an Todesstrafen festhält, welche in der ge״ schichtlichen Überlieferung nicht bezeugt sind. 2. Aggada. In der Aggada ist von Zersägung der Men״ sehen öfters die Rede. Adam, doppelgestaltig erschaffen, wird zum Zwecke der Schöpfung Evas entzwei gesägt (Gen R. 8, 1. Lev R. 14, l)1. Auch als Todesart ist die Zersägung bekannt. Jos^ Meschita wird, v/eil er das Heiligtum nicht plündern wollte, von den Römern zersägt (Gen R. 65, 22). Die Zersägung geschah mittels eines Apparates, der den Namen führte: חמור של ״ חדשיםEsel (= Block) der Zimmerleute“; vielleicht erklärt sich hiedurch das dunkle בגו קיסא der Schatzhöhle (Bezold, I. 48) als Sägeblock. Diese Hinrichtungsart mußte bekannt gewesen sein, da sie in eine sprichwörtliche Wendung Eingang fand: Selbst wenn du den Bösewicht in einen Sägeblock legst, frommt es nichts (Gen R. 70, 17). Mehrfach wiederholt wird die Legende von der Zersägung des Propheten Jesaia durch den König Manasse. Nebst der tal״ mudischen Aggada, Jebam. 49b, Pal. Sanh. X 28c sind noch Targumim und Midrasch anzuführen. Im Zusatztargum heißt es: וערק מן קדמיחון ופתח. אילן חרובא פומיח ובלעי, אייתי נגרין מסרי ית אילנא ■והודי דמיד. דישעיח נגיד Der Midrasch erzählt die Legende auch in der Pessikta Rab״ bati IV; ed. Friedmann 14a, ferner in der ברייתא דישועח, nach Schönblums Ausgabe abgedruckt in Eisenbergs Ozar Midra״ schim 248a. Allgemein ist es ein Zedernstamm, der den Pro״ pheten birgt, im Targum und in der Pes. R. ein Johannisbrot״ bäum. Daß die Fransen am Kleide Jesaias, die aus dem Baum 1 Merkwürdig־: Die Vorstellung, daß der Urmensch, um eine Ehe״ hälfte zu gewinnen, entzweigespalten wird, eine Vorstellung, die doch un״ möglich jüdischen Ursprungs sein kann, begegnet uns auch in dier indischen Mythologie s. Alb. Carnoy, Iranian Mythology, Boston 1917, S. 316.

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