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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1936-01-01 · Heft 1 · p. Seite 39

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
80 (1936)
Issue
Heft 1
Article
Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde
Date
1936-01-01
Page
Seite 39 (sequence 8)
Language
German
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Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde 39 gesang wie jede lebende Kreatur; vgl. Mannhardt a. a. O. I, 10: ״Der Baum ״singt“, wenn der Wind durch seine Wipfel streicht“. Dadurch, daß Adam gegen Gottes Befehl von dem Baume des Lebens gegessen, wurde er vom Paradiese vertrieben, und er irrte überall herum, denn auch die Bäume versagten ihm ihren Schutz und ihr Laub. Nur der Feigenbaum, von dessen Früchten Adam im Paradiese gegessen5, nahm ihn auf, oder, wie es wörtlich heißt: ״öffnete ihm seine Pforten“. Mit seinem Laube umgürteten sich daher die ersten Menschen. Genes, r. 15, 7 Jalkut a. a. O. Jalkut reub. kat. fol. 8b s. v. אילן Nr. 2, vgl. auch Tosaphoth Sanhedr. 70b. Es wird dort auf diese Sage angespielt. Mannhardt a. a. O. II, 31 Anmk. 1 ״spiritu di ficu“ Feigenbaumgeist u. 116. Ausführlich handelt darüber de Gubernatis: Mythologie des Plantes I, 2 ff., speziell über den Feigenbäum S. 20 ff. Inwieweit diese Anschauung auf die Entstehung der Redensart ״die Feige weisen“ von Einfluß gewesen ist, wollen wir hier nicht weiter verfolgen, da es zu weit von unserem Thema abbringen würde. Der Zusammenhang zwischen der phallischen Bedeutung des Baumes resp. der Frucht und des Bildes derselben als ״Fascination“ ist nicht zu bestreiten. Vgl. darüber Lieb recht hinter seiner Übersetzung des Pentamerone von Basile II, 266 ff. und Nachträge dazu; Dunlop S. 516 zu S. 266. Hinzuzufügen ist noch Douce: Illustr. of Shakespeare, London 1839, S. 302—308, zu Heinrich V., Act II, Sc. 6, s. auch O. Jahn: ״Über den Aberglauben des bösen Blickes bei den Alten“ in den Berichten der sächs. Gesellschaft d. Wissenschaft., 1855. Ausführlicher werden wir darauf zurückkommen bei der Untersuchung des jüdischen Aberglaubens ״des bösen Blickes“, der sehr weit hinauf ins Altertum zurückgeht. Über die Feige im Garten Eden und den ficus ruminalis vgl. Hehn, Kulturpflanzen, 3. Auf!., Anmk. 34, S. 512. Um auf unseren Gegenstand zurück zu kommen, heißt es ferner in Gen r. 13,2 Anfang, daß die Bäume miteinander sprechen, ja, daß sie mit den Menschen sprechen. Für den Menschen ist es aber mit Gefahr verbunden, sie zu belauschen. A. a. O. wird daher erzählt: Ein Mann schlief einst in seinem Weinberge, da kam ein Geist und beschädigte ihn. In der 3 Denn dieser war der verbotene Baum des Wissens.

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