Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 38 (sequence 7)
- Language
- German
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38 M. Gaster und B. Heller Der Maan ging darauf ein, und von da ab fand der Fromme taglieh drei Goldmünzen am Fuße des Baumes. Eines Tages sah der Mann viele Leute um den! Baum tanzen und tanzte mit. Am anderen Morgen verweigerte ihm der Dämon die versprochenen drei Münzen und drohte ihm mit dem Tode, wenn er jetzt den Baum umhauen wollte, da er ihn angebetet habe. Erschrocken ging dieser Mann zum Synhedrion und' erzählte ihm die ganze Geschichte. Dieses riet ihm, das ganze Geld, das er vom Dämon erhalten, wieder hinzulegen und dann den Baum zu fällen, was er auch tat. Zu seiner großen Freude fand er einen Schatz unter den Wurzeln des Baumes. Auch hier erscheint der Dämon des Baumes in Bockgestalt; vgl. Mannhardt a. a. O. II, (im Register u. Bock) S. 143 f., 152—1Q9, wo die ganze hierhergehörige Literatur angeführt ist; auch die Bockgestalt des Luzifer gehört in diesen Kreis. Der Schluß unserer Erzählung hangt mit Aesop Für. 21, Corai 128 3'Av׳&Q0Jto<; Hata׳&ga׳uaag äyak\1a zusammen. Einer zerstört das ihm nichts helfende Götzenbild und findet im Innern einen Schatz. Vgl. Benfey Pantschatantra I, 476 ff. In den indischen Erzählungen verwandelt sich der׳ Jogin selbst in einen Haufen Goldes; vgl. auch B.Waldis: Esopus ed. Kurz, Lpzg. 1862, Buch ID, Fab. 45, Bd. I, S. 333 f. s. Bd. H, Anm. S. 125. Der Baum selbst wird als sprechend dargestellt. Als die Schlange den Baum des Lebens berührte, um־ Eva von der Grundlosigkeit ihrer Todesfurcht zu überzeugen, rief ihr der Baum zu: ״Frevler, berühre mich nicht['" Eva hatte der Schlange nämlich gesagt, daß ihr unter Todesstrafe sogar das Berühren des Baumes untersagt worden sei. Pirke de R. Eliezer Kap. 13. Aboth de R. Nathan Kap. 1. Gen r. 15 u. 19,3 Jalkut II, § 727 fol. 102d. Wenn der Baum umgehauen wird, schreit er, und seine Stimme wird von einem Ende der Welt bis zum anderen gehört. Zeror hamor ed. Krakau 1595 fol. 141c; vgl. Mannhardt: Wald- und Feldkulte I, S. 10: ״der Baum ״seufzt"" unter dem Axtschlage und ״stöhnt"", wenn er zu Boden fällt״". Vgl. auch S. 34 ff. Die Bäume rufen dem Bauer, der sie umhauen will, ״Haue nicht["" usw. zu S. 41 ff. Der Baum singt auch Gott einen Lob-