Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1936-01-01 · Heft 1 · p. Seite 36

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
80 (1936)
Issue
Heft 1
Article
Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde
Date
1936-01-01
Page
Seite 36 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2829132-2830015-2830017-2850309--53822-2850358
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

36 M. Gaster und1 B. Haller von Musaeus: Libussa; vgl. auch Dsanglun, dtsch. von Schmidt> Kap. XIIIy S. 78. Buddha steckt den Zahnstocher in die: Erde, und er wird zu einem ungeheuren Baume mit gewaltigen Früchten; vgl. den ״Schäftewald“ Karls des Großen. Grimms deutsche Sagen 2. Ausgabe, Nr. 460 II, S. 127 f.; vgl. Kaiserchronik hrsg. von Maßmann III, S. 1015 ff., wo noch mehrere Quellen für diese Karlssage mitgeteilt sind, weitere Parallelen aber nicht. Liebrecht, Gervasius S. 112, Anm. 40a gibt über diesen Schäftewald und blühende Stäbe reichliches Material aus Märchen und Sagen. Eines anderen nicht minder merkwürdigen: Baumes erwähnt die Sage bei Abraham. So oft jemand zu Abraham kam, prüfte er seine Rechtgläubigkeit an einem Baume, an dessen Wurzeln eine Quelle sprudelte. War dieser rechtgläubig, dann bogen sich die Zweige über ihn und beschatteten ihn. Hing er aber noch dem Götzentume an, dann hoben sich die Zweige in die Höhe und der Wasserspiegel der Quelle hob sich ebenfalls, damit Abraham daraus schöpfen und den Götzendiener durch das Besprengen mit Wasser von seinem Götzendienste reinigen sollte. Jalkut chadasch, Prag 1657 f. 10b s. v. Abraham Nr. 56. Jalkut reub. katan. Hamburg 1635 fol. 8c s. v.אילן Nr. 5 fol. 30b; s. auch Kap. 16 Nr. 1 aus Sohar Numeri ed. Lublin III, fol. 24a; vgl. hierzu die arabische Sage über Ägypten, Wüstenfeld: Orient und Occident I, 329 ff. ״’Arjac führte wunderbare Werke auf, z. B. einen Baum von Messing mit Zweigen; wenn jemand Unrecht getan hatte und sich ihm näherte, wurde er von den Zweigen ergriffen und nicht losgelassen, bis er sein Unrecht bekannte und seinen Gegner entschädigte“. Der Zusammenhang zwischen dieser Sage und den! von uns oben mitgeteilten von Moses und Abraham ist nicht zu bezweifeln, und ich möchte sogar die arabische von der jüdischen abhängig erklären. Noch einige der a. a. O. von Wüstenfeld angegebenen Sagen haben ihre Analogien in jüdischen, wie wir weiter unten sehen werden; vgl. hier« zu Liebrecht: Orient u. Occident III, 358 f., jetzt Zur Volkskunde S. 87 fder noch manche Parallelen zu dem festhaltenden Baume aus europäischen Märchen gibt. Die jüdischen Sagen kennen auch ein selbständiges־'Leben des Baumes; so z. B. Ijob und seine Freunde hatten solch״ zauberische Bäume, mit deren Hilfe jeder das Schicksal der

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.