Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Beiträge zur vergleichenden Sagen- und Märchenkunde
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 34 (sequence 3)
- Language
- German
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34 M. Gaster und! B. Heller Kethub. fol. 30c, Echa rab. c. 1 v. 15 ed. Fft. a. O. 1695 f. 67b, Amsterdam 1725 fol. 49b). Eine reiche F1־au; Gattin des Hohen״ priesters, wurde nach der Zerstörung des Tempels, an die Schweife arabischer Rosse gebunden und von Jerusalem bis nach Lud an den Haaren geschleift. Von Manasse erzählt die Sage, daß er in ein kupfernes Gefäß gesteckt wurde, das glühend gemacht, ihn schließlich unter den schrecklichsten Qualen zur reuigen Rückkehr zu Gott zwang. Jalkut II § 246 fol. 38c, § 247. Deut. r. 2,20 fol. 289d, Ruth r. c. 2 v. 14 fol. 46c, jer. Sanhedr. fol. 28c; vgl. den ehernen Stier des Phalaris, in dem Leute ein״ geschlossen wurden, während man Feuer darunter anzündete. Valer. Maxim. IX, 2 extr. 9. Um zu Jesajah zurückzukehren, ist es doch kein müßiges Zusammentreffen, daß der Tod, wie wir schon anderwärts ge״ sehen haben, den Menschen auf einem Baume ereilt, und nicht bloß in der jüdischen Literatur, sondern auch sonst sehr oft; s. Grimm K. H. Märchen Nr. 82 dazu Bolte״Polivka II S. 163 ff., eine Anzahl Märchen, worin der Tod resp. der Teufel geprellt wird. Unter anderen Mitteln, ihn zu vertreiben, wird auch S 170 ein Birnbaum erwähnt, von dem niemand, wenn er hinauf gestiegen, mehr heruntersteigen kann. S. 177 ist ein Apfelbaum genannt. a) Betrachten wir nun unsere Sage von der Form aus, in welche sie gekleidet ist. Ein Baum verschlingt Jesajah. Es führt uns dieses tiefer in die jüdischen Baumsagen und ״mythen. Nicht nur Jesajah wird auf solche Weise vor seinen Verfolgern be״ schützt, sondern auch bei R. Izchak b. Joseph,ר״ als ihn ein Dämon verfolgte, ereignete sich dieses. Wunder, daß ein Baum sich spaltete und ihn in seine Öffnung einschloß, bis die Gefahr vorüberging, worauf er ihn wieder entließ. Sanhedr. 101a. In bezug darauf, daß ein Baum den Verfolgten verschlingt und rettet, vgl. Tuti״Nameh, Wickerhausen S. 85. Dort öffnet sich die Linde, das Mädchen, um welches viele streiten, schlüpft hin״ ein, und die Linde schließt sich wieder. Rosen I, 163; Iken V, 37; vgl. Benfey, Pantschät. I, 489; Liebrecht, Zur Volkskunde S. 198 f. zu Nr. 587. Eine weitere Parallele wäre das rumänis che Märchen: Fundescü Nr. 1, ״Fata din Dafin v Ein Mädchen steigt aus einem Lorbeerbaum, verliert ihre Unschuld und kann des״