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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1936-01-01 · Heft 1 · p. Seite 31

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
80 (1936)
Issue
Heft 1
Article
Zur wissenschaftlichen Talmudpflege in der neueren Zeit
Date
1936-01-01
Page
Seite 31 (sequence 13)
Language
German
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Zur wissenschaftlichen T alm u dp fl eg e in der neueren Zeit 31 und Amram, ferner im Tur Orach Chajim des Jakob ben Ascher (s. o.) die Vorläufer seiner Arbeit sieht. Am nächsten steht er dem Tur auch in der Gliederung der Einzelgesetze. Bloß in der größeren Vollständigkeit agadischer Auswertungen ist er neu. Wenn man nun den liturgischen Teil als Maßstab anlegt, so ergibt sich hieraus der Kodexcharakter auch für die andere Hälfte seiner Buches und gestattet manche Schlüsse auf die Eigenart seiner religiösen Denkrichtung. Die schwankende Grenzlinie zwischen Halacha und Agada, die Maimonides am sorgfälligsten zu ziehen gedachte und die Jakob ben Ascher nach ihm ein wenig zugunsten der Agada verschoben hat, möchte Alnakawa ganz außer acht lassen. Sein Bestreben ist, das relißiöse Verhalten aus der Totalität des jüdischen Traditionsstoffes herauszugewinnen. Aus diesem Bestreben ist es zu erklären, daß er auch Soharteile heranzieht. Er nennt die Quelle מדרש יהי אור, eine Benennung, die Abr. Zacuti (Juchas. ed. Fil. 45a) als bekannt voraussetzt. Beachtenswert ist, daß er die יהי אוד »Tiö-Zitate hebräisch gibt. Die teilweise Heranziehung des Sohar zeigt, daß er der Mystik nicht abgeneigt ist. Ob auch die bei Dezisoren nicht ganz geläufige Themenwahl A.s mit seiner Sonderrichtung zusammenhängt, möchte ich dahingestellt sein lassen. A. als Kodifikator ist ohne Nachfolge geblieben. Die auf Maimonides folgenden Jahrhunderte stehen ganz unter dem Einfluß des Mischneh Thora. Wenn dieser sich auch nicht als rezipierter Kodex durchsetzen konnte, so blieb er doch methodisch und bautechnisch richtunggebend, für alle weiteren Epochen. Es ist nicht ganz unwahrscheinlich, daß der vorherrschende Einfluß Maimonides’ mit dazu beigetragen hat, daß A. in Vergessenheit geriet und das Schicksal erfuhr, daß sein Buch nach einem Jahrhundert sich gewandelt hat und erst in s^gier neuen Gestalt zum Volksbuch geworden ist. Isaak Aboab hat das Lebenswerk A.s zum Erbauungsbuch umgeprägt, ihm durch die neue Form den Weg zum jüdischen Familienhaus aufgetan. Über Art und Weise der Umarbeitung gibt uns Enelow manche Anhaltspunkte in seinen Einleitungen und Ammerkungen. Zur Vervollständigung der Vergleichsarbeit ist E. nicht

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