Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Zur wissenschaftlichen Talmudpflege in der neueren Zeit
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 25 (sequence 7)
- Language
- German
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Zur wissenschaftlichen Talmudpflege in der neueren Zeit 25 Gebrauch von פקד in gutem und bösem Sinne ein Wortspiel erblickt. Zum zweiten Beispiel Ist Septuaginta zu vergleichen, die V. 39 die LA. ונשאתי verrät, damit ist das Wortspiel noch viel besser bezeugt. Regel 29—30 will Buchstabendeutung schon im Schriftwort finden: unter der Zahl 318 soll Eliezer, der Knecht Abrahams, gemeint sein (Gen 14, 14). Diese Identität scheint auf einer alten Traditon zu beruhen. Man vgl. die zahlreichen Parallelen in Theodors Komm, zu Gen Rabba S. 417. — Besser belegt ist die atbasch״Deutung zu Jer 51לב קמי — כשדים) ב) und ebdas. 2526 und 5141, wo מלך ששך mit מלך בבל identifiziert wird. Auf jeden Fall haben wir es hier mit einer exegetischen Erscheinung zu tun, die in altjüdischen Schulen als ursprünglicher Textinhalt ge« gölten hat. Regel 31 (30) spricht vom Notarikon (Wortzerlegung?). Als erstes Beispiel wird Gen 175 angeführt £מבין שדורשין בומריקון, ת״ל וד\ה שמך אברהם כי אב דמון גויים נתתיך Wiederum etwas, das vom Schriftwort unmittelbar gegeben ist. Aus den angeführten Beispielen ergibt sich unzweideutig, daß ה גד ה, in der die vorgenannten Deutungsregeln ihre Bestäti« gung suchen, מניןשחדשין .... באגדה nichts anderes als das S c h r i f t w o r t s e 1 b s t bedeutet, u. z. das außergesetzliche, erzählende Schriftwort, im Gegensatz zu den anderen Regeln, die ja ihre Belege ebenfalls aus dem Schriftwort holen, doch werden bei ihnen auch Gebotsstellen zur Anwendung herangezogen, was bei den letzterwähnten Regeln nicht der Fall ist, da diese ausschließlich in außergesetzlichen Teilen zur An« Wendung kommen. Wir gewinnen dadurch eine breitere Grund« läge für die ‘Agada’ als Terminus. Sie ist der Fachausdruck auch schon für biblische T e x t e, so weit sie keine Ge« Bote enthalten. Etymologisch rechtfertigt sich der Terminus daraus, daß die außerhalachischen Bibelteile zum weit größten Teil Erzählungen oder Behauptungen sind; für beide paßt der Ausdruck הגיד. Hierfür spricht auch eine Stelle, die im Streit um den "Ägada’-Begriff bereits herangezogen wurde: Sifre zu Num 51g, wo es sich um Aufklärung der Sota handelt, daß sie ein reu«