Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 80 (1936)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Zur wissenschaftlichen Talmudpflege in der neueren Zeit
- Date
- 1936-01-01
- Page
- Seite 20 (sequence 2)
- Language
- German
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20 Michael Guttmann Rabbi Josse Hagelili angehört, zuweilen mit פרקי דרבי אליעזר verwechselt wird, der dem Sohne des Hyrkanos zugeschrieben wird. Die Verwechselung mag sich aus der Verschollenheit des M. R. E. erklären, wo man bloß einzelne abgerissene Zitate vor sich hatte, die man leicht, bei weniger scharfen Beob~ achtung, auch in den Pirke di Rabbi Eliezer vermuten konnte. E. weist nach, daß schon die Redaktoren des Talmuds sich der M. R. E. bedient haben. Über den ursprünglichen Umfang der M. R. E. ist mancher Zweifel nicht vollständig geklärt, da sich das Werk aus zwei verschiedenen Teilen zusammensetzt: Die ersten zwei Abschnitte enthalten die hermeneutischen Regeln nebst den dazugehörigen Beispielen, während die übrigen acht׳* zehn Abschnitte Schriftdeutungen und ethische Lehren ent״• halten, die nach bestimmten Gruppen geordnet sind. Doch liegt die Annahme sehr nahe, daß die uns vorliegende M. R. E. ein einheitliches Werk bildet und ihr Inhalt bis auf einige spätere Zusätze, von denen ältere Werke kaum ganz frei ge־* blieben sind, die ursprüngliche M.R. E. enthält. Mit dem Auf tauchen der M. R. E. ist eine nochmalige Untersuchung des Agada״ Begriffes notwendig geworden. Nach dem neuesten Stand der Agadaforschung, insbesondere seit Bacher, der für Agada die Ableitung eines seiner Schüler (S. Ungar) aus dem frühtannaitischen מגיד הכתוב und הגיד הכתוב als Ausgangspunkt genommen hat, soll Agada auf einen be~ stimmten Teil des Traditionsstoffes gemünzt worden sein, der im wesentlichen aus Textfolgerungen besteht. Aller׳• dings ließ diese Begriffsbestimmung die Frage offen: Wie kam es, daß a) zahlreiche Erzählungen, die keine Beziehung zum Schrifttum hatten, in die Agada eingeflossen sind, und b) daß ein Terminus, der ursprünglich auf halachische und agadische Folgerungen gleichmäßig angewendet wurde, zum Fachwort für nichthalachische Materien geworden ist? Eine weitere Schwierigkeit ergibt sich nun aus dem Er« scheinen der M. R. E.1. Sie nennt ihre Regeln מדות שהאגדה נדרשת בהן; 1 Die 32 hermeneutischen Regeln des R. E. sind schon seit lange her bekannt, besonders aus dem, Anhang zum מבוא התלמוד לר״ש הבגיד, doch stand diese Borat ja isoliert da, und! da sie ohnehin für •die Agada bestimmt waren, wurde sie vernachlässigt. Vor etwa hundert Jahren hat ihr Z. Katzen״•