Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 79 (1935)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Träger des Namens "Meisterlein" in der Steiermark
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 48 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- article
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48 D. Herzog־ aus einer aus Graz datierten Urkunde vom 9. Jänner 1467, auf Grund derer Kaiser Friedrich HL (IV.) dem ״jungen Meisterlein von der Newnstadt“ sein in Bruck an der Mur gelegenes, von dem Juden Joachim erworbenes Haus verpachtet. Diese Ur~ künde79 lautet: [״Den Juden jungen Meisterlein ain vergunnbrief sich gen Pruck an der Mur niderzesideln“]. ״Wir Friedrich usw. bekennen, daz wir unseim Juden dem jungen Maisterlein von der Newnstat vergunt haben sich in unser haws zu1 Prugk an der Muer gelegen, so von weilent vnserm Juden dem Joachim daselbs ge« sessen an vns körnen ist, niderzesideln vnd vntz auf vnser verr geschefft vnd bevelhen mitsambt seim weib vnd khindern darinn ze wonen vnd ze hanndeln als des annder juden in vnsern steten vnsers fürstentvms Steier in iren hewsem ze tun haben von menigklich vngehindert, doch also daz vns der benant Maisterl vnd sein hawsfraw, dieweil sy das obberürt vnser haws also innhaben werden, für zins vnd gewöndlich jarstewr vnd ah annder anslag vnd stewr jerlich XII vngrisch vnd ducatn guidein vnd nicht mer, deshalben wir sy dann in sunderhait begnaden, in vnser kamer dienn vnd mit dem ersten dienst zu dem schieristkhünfftigen sand Giligen tag anfahen vnge verlieh. Wir haben auch dem obbennanten Maisterlein vnd seiner hawsfrawn dartz die gnad getan, daz sy in der obberürten zeit vnsern marschalhen knabem vnd boten gegenwurtigen vnd kunffti'gen, wann vnd alsofft wir datzischen daselbs zu Prugk durchraisen werden, ir gerechtigkhait vnd anuordrung ze geben nicht phlichtig sein80, sunder darvumb von in vnan gelangt bei eiben sullen; vnge verlieh, doch nur vntz auf vnser verrer geschefft vnd bevelhen, als vor steet. Mit vrkund des briefs, geben zu Gretz an fr eitag nach sand Erharts tag anno domini etc. LXVIT\ Zeigt uns schon diese auch sonst recht lehrreiche Urkunde, daß sich Meister! d. J. des besonderen Wohlwollens des Kaisers erfreute, so erweist dies noch mehr die in Graz am 4. August 1468 ausgestellte Urkunde (steierm. LA., Nr. 7257), aus der wir ersehen, daß Kaiser Friedrich III. (IV.) Meisterlein in seinen besonderen Schutz nimmt und ihn mit der Eintreibung von Geldern, die aus Judenbriefen haften, beauftragt. An demseinem לקט י1שר II 17 erwähnt, der an Xsserleam die Frage gerichtet hat, ob man in der Krankheit Zauberer und Wahrsager befragen dürfe, was Isserlein immerhin für unstatthaft hält; vgl. auch PesuKet, Nt. 96. Daß Meisterlein an genannter Stelle als bereits verstorbener genannt wird, ist nicht weiter verwunderlich, da Ja Joseph v. Höchstädt sein Werk wahrschein« lieh erst um das Jahr 1480 beendigt haben dürfte. Auch wissen wir ja, daß Joseph es mit den Euphemien nicht ganz genau nimmt. So wird Meister« lein III, bald als Lebender (vgl. I 20, 21), bald wieder als Verstorbener (I 140 u. H 17) verzeichnet. 79 Haus« Hof« u. Staatsarchiv Wien, Hs. 533, f. 247. Vgl. auch Wiener, 5. 90, Nr. 77. 80 Vgl. über diese Herbergspflicht für das Gefolge dies durch eine Stadt reisenden Fürsten, Popelka Fr., Geschichte der Stadt Graz), Graz 1928, 1 368. Vgl. auch Isserlein in וזר־וטת הדשן Nrr. 241 und 346, wo uns berichtet wird, daß, wenn der Herrscher in eine Stadt kam, die Juden dem Marschall 201A Wiener Pfund abliefem mußten, von welcher Summe die Kammer« meist er, Türkämmerer und Schwertträger bedacht wurden. Oft mußten auch Betten und andere Gerätschaften abgeliefert werden; vgl. Berliner S. 232 und Güdematvn S. 91.