Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1935-01-01 · Heft 1 · p. Seite 49

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
79 (1935)
Issue
Heft 1
Article
Die Träger des Namens "Meisterlein" in der Steiermark
Date
1935-01-01
Page
Seite 49 (sequence 19)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
90% known words query
IRI
…/2829132-2830007-2830009-2850196--53208-2850276
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Die Träger des Namens ״Meisterlein“ in d!er Steiermark 49 selben Tage erteilt ihm der .Kaiser gleichzeitig einen Schirm״ brief für einen Hof zu Geissarn im Mürztal und einige Güter zu Mederstorf, Kaltenstuben usw.7 die Maisterl gerichtlich er״ langt hat81. Wie so viele andere Juden, stancl auch unser Meisterlein IV. in regem Geschäftsverkehr mit den Stubenbergs. So gibt ihm Wolf gang v. Stubenberg am 14. Juni 1469 einen Schuldbrief über 800 Gulden82 und am 13. Juni 1470 einen solchen über 400 Gulden88. Sonst haben sich bislang keine Urkunden, in welchen uns Mitteilungen über Meisterlein IV. gemacht werden, erhalten, bis auf jene im Jänner 1478 ausgestellte Urkunde, die Kaiser Friedrich III. (IV.) an den Magistrat in Bruck an der Mur richtet und die folgendermaßen lautet: ״Getrewen lieben. Wir emphelhen ew ernstlich vnd wellen, daz ir'weiiept des Maisterl Juden haws in unserr Stat Prügk gelegen auf das tewrist ir mugt verkawffet vnd vns das gelt, darom ir das verkauften werdet, zu vnsern hannden raichet vnd antwurtet. Dran tut ir vnser ernstlich maynung“84. So entnehmen wir denn allen diesen Urkunden, daß der jüngere Meisterlein nicht nur ein sehr wohlhabender Mann ge״ wesen ist, sondern sich auch eines hohen Ansehens bei Kaiser Friedrich erfreut hat. Aus dem Umstande aber, daß ein so an״ gesehener Mann nach Bruck übersiedelte, können wir gleich״ zeitig auch schließen, daß Bruck damals eine, wenn auch gewiß nicht große, aber immerhin recht ansehnliche jüdische Siedlung mit entsprechenden religiösen Institutionen besessen haben mußte85. ‘Gestorben dürfte Meisterlein IV. Ende 1477 sein, da ja die Zuschrift des Kaisers an den Magistrat in Bruck bereits im Jänner 1478 ergangen ist. Meisterlein I. muß ungefähr in der ersten Hälfte des 14. Jahr״ hunderts gelebt haben. Meisterleih TI. war gewiß kein anderer als Meisterlein aus Perchtolsdörf, der als erster den Märtyrertod bei der Wiener Geserah erlitten hat86. 81 Vgl. Lichnowsky E. M., Regesten usw., VIT1291 u. Wiener, Regesten; S.;91, Nr. 84. 82 Steierm. LA., Nr. 7284. 88 Vgl. steierm. LA., Urk. 7324. 84^HHStA, Wien!, Hs. bl 53f. 5 n. 11. Vgl)• euch Wiener, bj.cu. 0.v S. 249, Nr. 235, wo das Fragezeichen, bei dem Worte Bruck zu streichen ist, weil es sich in dem gegenständlichen Falle nur um Bruck an der Mur bandeln könne und meine ,,Urkunden und Regesten“, S. 49, Nr. 23, w:0 für 1477 zu lesen ist: 1478, 85 Vgl. meinen Aufsatz: ״Eine mittelalterliche Synagoge in Bruck an der Mur, in den vom Historischen Verein für Steiermark hrsg. ״Blättern für Heimatkunde“, Graz 1933, Jahrg. 11, Heft 1, S. 4 ff., und oben S. 39, Anm. 38. 88 Vgl. S. 32, Anm. 4. Monatsschrift, 79. Jahrgang 4

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.