Mannheim
Compact Memory

Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1935-01-01 · Heft 1 · p. Seite 45

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
79 (1935)
Issue
Heft 1
Article
Die Träger des Namens "Meisterlein" in der Steiermark
Date
1935-01-01
Page
Seite 45 (sequence 15)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
87% known words query
IRI
…/2829132-2830007-2830009-2850196--53204-2850272
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Die Träger des Namens ״Meisterlein“ in dier Steiermark 45 nicht sehr friedlichen Gemeinde64 —, an deren Spitze ein gewis״ ser Elieser, dann der bereits genannte, im Rabbinatskollegium sitzende Josmann Katz und ein gewisser Jeklein standen, hat Anlaß zu vielem Streit gegeben, so daß neben Isserlein auch fremde Autoritäten, weil Meisterlein mit dem Bestände dieser Schule eine Schmälerung seiner Einkünfte befürchtete, zum Entscheid angerufen worden sind85. Trotz alledem genoß Meisterlein seiner großen Gelehrsam״ keit wegen in gewissen Kreisen hohes Ansehen. So z. B. wurde neben Isserlein auch er in dem Streite des angesehenen Rab״ biners Seligmann Oppenheim in Bingen am Rhein, der wie wir bereits erwähnt haben, die Juden in Deutschland damals in große Aufregung versetzte, um seine Meinung befragt und wurde auch sein Gutachten neben den Gutachten der hervorragendsten Gelehrten der damaligen Zeit eingeholt88. Oppenheim nämlich wollte aütorativ Verordnungen einführen. Gegen diesen Primat aber, das den ganzen Oberrhein umfassen sollte,ז haben sich viele Gemeinden aufgelehnt67. Aber selbst der schwer beleidigte Isserlein anerkennt seine bedeutende Gelehrsamkeit, versagt ihm die Wertschätzung nicht und warnt die Leiter der neuen Schule, ja nicht die Grenzen Meisterleins zu verrücken, indem sie ihn in seinem Einkommen schädigen88. Natürlich fühlte sich Meisterlein besonders ge״ kränkt, als er bei der Besetzung der Rabbinerstelle in Wr. Neu״ Stadt übergangen und Isserlein auf diese Stelle berufen worden war. Wohl saß Meisterlein auch weiterhin noch im Rabbinats״ 64 VgH, oben. S. 43, Anm. 52. 65 Vgl. Berliner, S. 225 n. 271; Polläk, S. 56 f.,, wo richtig drei und nicht, wie Berliner meint, bloß zwei Männer als Begründer dieser Konkur״ renzschule nachge wiesen werden u1. Freimann, S. XLffl, Nr. 93.. m Vgl. Graetz, VHI3, S. 211 ff.; u. Note 5, S. 427 ff., Nr, 5. Vgl. na״ mentlich S. 431, wo der Schlußpassus des Gutachten! Meisterleins, der in scharfer Weise gegen Oppenheim Stellung nimmt (vgl. auch Moseh Minz, Rechtsgutachten Nr. 63 u. Josef b. Sa'lamo Kolon (Mahank), Nr. 170), ab״ gedruckt ist: ומעולם לא דדה בל כך צריך להיותנו באג*דה אחת ושלום ושלוה כמו עתה..; .יאשר■ פגע הכומר גם ביושבי תחת המלך מפולין מלכות קרקוב: וסביבותיהן אשר מרןדם ומאו חשבו לפלטה לבני גולה ולא האמינו כל יושבי תבל כי יבוא צר ואויב בשערי פולין. עתה הם רובצים תחת משא המלך ושרים וכתבו לכו לבקש עזר ותרופה. ועתה אתם אהובי אל ירע לבבכם כי הרביתי לדבר קשות כי רוחי הציקתני. יען וביען כי קרובים אנחנו למלכות ואנחנו נדע את אשר ידובר ואת אשר נעשה.... וכי יש לחשוב עתה ליום ועד הגדול והנורה .... ומוטב להתעסק באלו העניג־ם מלהתגרות בעליונים ובתחתונים. Graetz irrt, wenn er meint, die Stelle besage, es sei Zeit״ sich für das ernste Gericht, das Neujahrsfest, vorzubereiten und es sei ersprießlicher, daran zu denken, als Fehden mit den oberrheinischen und unterrheinischen Gemeinden ziu führen In Wirklichkeit will Medsterlein die Parteien darum versöhnen, weil er wußte, was am Hofe vorging; s. o. S. 36, Anm. 24. 67 Vgl. oben S. 36, Anm. 22. 68 Vgl. Israel Bruna, RGA., Nr. 58 u. 127.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.