Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 79 (1935)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Träger des Namens "Meisterlein" in der Steiermark
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 43 (sequence 13)
- Language
- German
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Die Träger des Namens ״Meisterlein“ in der Steiermark 43 riellen Verhältnissen51 und den schweren Zerwürfnissen in der Gemeinde52 —, in Gemeinschaft mit den anderen Beisitzern des damaligen Rabbinatskollegiums R. Josmann Katz und Isak ha״ Levi53 eine segensreiche seelsorgerische7 pädagogische und auch wissenschaftlich nicht unbedeutende Tätigkeit, indem er mit hervorragenden Männern seiner Zeit in wissenschaftlichem Ge״ dankenaustausch gestanden hat54. Doch gar bald führte das impulsive Temperament Meister״!eins zu einem schweren Konflikt mit seinem Studienkollegen Isserlein in Marburg, der seine religiösen Entscheidungen, namentlich in einem Falle der Zuverlässigkeit eines Schächters angefochten hatte. In diesem Streite scheint das konnte, so ״wird er ungefähr im Jahre 1455 wieder in Wr. Neustadt bei seinem Lehrer eingetroffen sein. Das erhellt auch daraus, daß er uns aus dem Jahre 1456 aus Wr. Neustadt von einem am Firmamente erschienenen 20 Ellen großen, mit einem feurigen Schweif versehenen Kometen (II, 17, vgl auch Güdemann, 128 f.) und weiter von Predigten berichtet, die Isserlein in den Jahren 1457—1458 gehalten hat (vgl. I, 72, 74; II, 39). Er wird demnach das zweite Mal ungefähr von Jahre 1455—1460 sich bei seinem Lehrer in Wiener Neustadt aufgehalten haben. Aus diesen Dar״ legungen ist nun klar ersichtlich, däß Isserlein nicht vor dem Jahre 1450 nach Wr. Neustadt übersiedelt sein konnte. Übrigens berichtet auch Mayer, }I, 248 f., von einem Israel (Isserlein), der vom Anfang der fünfziger Jahre des 15. Jahrhunderts sehr oft genannt wird, im Jahre 1453 ein Haus von Kaiser Friedrich kauft Da uns nun aus dieser Zeit ein anderer Isserlein in Wr. Neustadt nicht bekannt ist, ließe sich etwa auf unseren Isserlein schließen, wenn nicht dem gegenüb erstünde, daß der von Mayer genannte Isserlein vom Jahre 1460—1478 in Urkunden! als Pfandgläubiger auf scheint. Allerdings würde dies nicht so schwer ins Gewicht fallen, weil er ja auch nach seinem Tode noch als solcher genannt hätte werden können. Aber Mayer berichtet uns gleichzeitig, daß dieser Isserlein im Jahre 1468 verstorben Ist und von! da ab sein Sohn Judlain und von 1478 sein Eidam Judl als Geldverleiher her Vertretern. Wenn dies letztere richtig ist, dann kann sich der Bericht Mayers unmöglich auf unseren Isserlein, der! wie wir dies bereits oben erwähnt haben, im Jahre 1160 gestorben ist, beziehen. Auch ist uns bislang nichts von einem. Sohne Isserleins bekannt, der den Namen! Judlein geführt hat. Es ist aber immier״ hin auch möglich, daß Mayer in seinen Darlegungen Berichte über die Fa״ milie Isserlein mit einer anderen Familie zusammengeworfen hat. 51 Wie sehr Handel und Wandel, namentlich nach der Wiener Gese״ rah1, auch in Wr. Neustadt unterbunden waren, möge man daraus ersehen, daß uns aus den Jahren 1421—1426 kein Schuldschein, und keine Urkunde über den Erwerb von liegenden Gütern von Seiten der Juden bekannt ist, vgl1. Mayer, I, 499. 52 Vgl. PesuKet. Nr. 137: יותר דע בי נפשי בד,לדו מאוד ברוב המדון תגר ומלחמה אשר בקהלכם וטיל,, ע״י חירוף וגידוף המה קרוב הדבר שאסתלק בקרוב מלהתעסק כלום בדברים הללו ג״ב בעסקים אשר בשאר מדינות אי״ה י״ו אסתלק ע״י כי רואה אני שאין בי כח לסלק המסילות ולהרים המכשלות אכי שלום כי אדבר המה למלחמה א״ב הירדא דרשו, ולאו מצוד, היא ולמה היא לי u.. Polak, S. 57. 53 Vgl. PesuKet., Nr. 138. 54 Vgl Mabarit, RGA., Nr. 148—198 u. Freimann, S. XLDI, Nr. 93.