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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1935-01-01 · Heft 1 · p. Seite 40

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
79 (1935)
Issue
Heft 1
Article
Die Träger des Namens "Meisterlein" in der Steiermark
Date
1935-01-01
Page
Seite 40 (sequence 10)
Language
German
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40 D. Herzog* Als Stammvater beider kommt ein in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts lebender Meisterlein in Betracht, der in Wr. Neustadt gewohnt haben dürfte. Die beiden letzten Meister« lein III. und IV. waren Vettern zweiten Grades39. Wir haben es also hier mit zwei wohl einem Geschlechte, aber zwei ab« gezweigten Familien entstammenden Familienangehörigen zu tun40. Meisterlein III., den ich hier als den ״älteren", im Gegen« satz zu Meisterlein IV., dem ״jüngeren", bezeichne, scheint um 1390 in Wr. Neustadt geboren zu sein, da er ein Studienkollege Isserleins (geb. 1390)41 beim Rabbiner Aron Blumlein und bei sei« nem greisen Großvater, Rabbiner Sälom in Wr. Neustadt, Schreiber gewesen ist, der längstens bis ungefähr 14151418—־ sein Amt versehen haben dürfte42. Da nun das Schreiberamt kaum von einem älteren und bekannten Gelehrten versehen worden ist, dürfte Meisterlein damals ungefähr 25—26 Jahre alt gewesen sein43. Meisterlein III. war ein Neffe Jüdeis, des Sohnes Säloms. Da nun Sälöm Meisterlein als Schreiber zu sich genommen hatte, wozu er doch durchaus keine Veranlassung gehabt hätte, wenn er nur der Neffe seines Sohnes gewesen wäre, so ist anzu« nehmen, daß er ein Enkel Säloms gewesen und daß Sälom neben seinen drei Söhnen: Nehemia, Jönäh und Jüdel, auch noch eine Tochter gehabt haben mußte, deren Sohn eben unser Meisterlein gewesen ist. In seiner Jugend studierte Meisterlein bei seinem Vetter Joseph, dem Sohne Nehemias44, später dann bei seinem Groß« 30 Ursprünglich allerdings dachte ich, daß der ,Junge Meisterlein“, wie Meisterlein, IV. in der bereits erwähnten Urkunde vom Jahre 1467 (vgl. weiter unten S., 47, Anm. 77) genannt wird, ein Sohn Meisterleins III. war, indem man im Gegensatz zum alten Meisterlein ihn als den ״jungen“ hezeichnete, ohne daß er aber tatsächlich Measterlein geheißen hätte. Dem aber steht entgegen, daß diieser junge Meisterlein in nicht viel späteren Urkunden stets nur als ״,Meisterlein“ bezeichnet wird. Die Annahme aber, daß Vater und Sohn, denselben Namen geführt haben, ist abzuweisen.; weil (vgk oben S. 31, Anm. 11) soweit es die steirischen Urkunden ausweisen, e« bei den Juden hierzulande nicht üblich gewesen ist, daß der Sohn den Namen des lebenden Vaters geführt hätte. Vgl. übrigens auch Zunz, S 24. י .. 40 Vgl. S. 48, Anm. 79. 41 Vgl. Berliner, S. 133. 42 Vgl. oben S. 33, Anm. 6. 43 Vgl. Maharil״ RGA. Ed. Hanau 1610, S. 49 d u. Minhagim 111b. Vgl. Freimann, XLIII, Anm. 142. 44 Dieser ist bei Krauß, S. 53, nachzutragen. Daß Nehemia ein Sohn Säloms gewesen sein dürfte, ersehen wir daraus, daß sein Sohn Joseph, wie Maharil in der Einleitung zu seinen Minhagim berichtet, die Gebräuche und Entscheide seines Großvaters Sälom geordnet hat, vgl. auch Minhagim des Mahari'l, S• 76b u.. 111h. Allerdings ist es auch möglich; daß unser Joseph ein Sohn der Tochter SälÖms gewesen ist. Vgl. übrigens Maharil, S. 56 a u.

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