Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 79 (1935)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Träger des Namens "Meisterlein" in der Steiermark
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 37 (sequence 7)
- Language
- German
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Die Träger des Namens ״Meästerleiri' in der Steiermark 37 begütert, und wird erst im Jahre 1422, also nach der Ge&erah, als Verstorbener erwähnt Es kann darum; da ein weiterer Meisterlein aus dieser Zeit uns mit Beziehungen nach Wien nicht genannt wird — Meisterlein aus Tulln hatte wenige Beziehungen zu Wien —> keinem Zweifel unterliegen, daß wir in erster Reihe an diesen zu denken haben27. Wenn darum Krauß einen anderen Meisterlein hier einzuschieben versucht28, wird er dies wahrscheinlich aus der Erwägung getan haben, daß alle die im Jahre 1421 hingerichteten Märtyrer aus der Gemeinde in Wien stammten, was aber nicht haltbar ist, wie wir dies schon oben dargelegt haben29 und auch Krauß (S. 97) selber mitteilt. Im übrigen bezweifle ich, ob überhaupt dieser Meisterlein Perchtoldsdorfer Bürger gewesen sei36. Gegen K.s Meinung (b. 51), der Märtyrer Meisterlein hätte einen posthumen Sohn, der ebenfalls den Namen Meisterlein geführt habe, spricht, daß am 23, Mai 1420 alle Juden in ganz Österreich eingekerkert worden sind31. Da doch gewiß die Männer nicht mit den Frauen gemeinsam interniert worden sind, konnte M. nach dem 12. März 1421 kaum ein Sohn geboren werden! Kr. allerdings meint, die Schwangerschaft kann erst am 10. August 1420 begonnen haben, weil Aibrecht an diesem Tage zurückkehrte und das Martyrium der Juden erst da begonnen habe. Aber die Einkerkerung hat tatsächlich bereits am 23. Mai 1420 stattgefunden, wie das nicht allein die W. G., sondern auch viele andere zeitgenössische Quellen, vgl. Goldmann, S. 122, Anm. 3, berichten. Alie diese Irrtümef32, die sich in der sonst so überaus nehmer genannt wird, vgl. Lichnowsky, B. V, Reg. Nr. 1674 Wiener, Reg., S. 238, Nr. 159. Das von ihm besessene Haus .in Wien dürfte aller Wahrscheinlichkeit dasselbe gewesen sein, das am 29. April 1422, vgl. Geyer u. Sailer, a. a. O., S. 530, Nr. 1774, vom Herzog Aibrecht der Neur Christin Elspeth geschenkt wurde. D!a im dieser Urkunde Meisterlein bereits als Verstorbener bezeichnet wird, so unterliegt es keinem Zweifel, dab dieser lVieisterlein im Jahre 1421 den Märfyrertod erlitten hat und dab das verschenkte Haus das von ihm vor dem Jahre 1421 besessene gewesen ist. \ . '• 27 So schon Goldmann, S- 128, Anm. 2. 28 S. 144, Anm. 810. 29 Vgl. oben S. 33, Anm. 10. 30 Kr. meint, er lasse 1VI. aus Perchtolstorf darum nicht dien M. der W. G. sein, weil Hausbesitz ihn noch nicht zum Wiener mache. Ich aber bin der Meinung, die so häufige Erwähnung Ms. in Wien־, bei Geyer u. Sailer, a. a. O., nicht weniger als siebenmal, ein Beweis dafür ist, daß der Ort Perchtolstorf hier biob als Patronymiiicum, als Abstammungsort seiner Familie zu werten sei 31 Vgl. Kraub, S. 97 u. 218 f., Anm. 536. 32 So um nur noch ein Beispiel hier zu erwähnen. Nach Kraub dürfte R. Jakob (Jäckel, Jekei) der Geserah in Wien entronnen sein, aber noch auf derselben Seite (S. 50) zitiert Kraub die Nachricht des Joseph von Hochstädt, dab Aron Blumlein nach dem Tode des R. Jekei nach Wien be-