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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1935-01-01 · Heft 1 · p. Seite 36

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
79 (1935)
Issue
Heft 1
Article
Die Träger des Namens "Meisterlein" in der Steiermark
Date
1935-01-01
Page
Seite 36 (sequence 6)
Language
German
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36 D. Herzog־ standen haben konnte21. Umgekehrt, wäre der Märtyrer Meisterlein älter als etwa dreißig Jahre gewesen, dann ist wieder nicht gut anzunehmen, daß er ein Schüler des Aron Blumlein, der im Jahre 1421 in einem nicht zu hohen Alter den Märtyrertod gefunden hatte, sein konnte22. Krauß behauptet, daß Israel Isserlein die beiden Söhne Meisterleins, Jakob und Schmerl, die ja ebenfalls den Märtyrertod im Jahre 1421 erlitten haben, darum zurechtgewiesen habe, weil sie der Regierung nahestanden. Aber im Jahre 1420 —später konnte es doch nicht mehr gut geschehen sein — war Isserlein durchaus noch nicht eine solche Autorität, daß er solches gegenüber den Söhnen des hochangesehenen ״Parnas^ Meisterlein hätte wagen dürfen23; Auch war die Rüge durchaus nicht darum erteilt worden, weil sie der Regierung nahestanden, sondern weil sie, wie uns dies Joseph von Höchstädt unzweideutig mitteilt, eine eines Juden unwürdige Haartracht getragen haben24. Unverständlich bleibt auch, warum Krauß Meisterlein von Perchtolsdorf25 nicht als Märtyrer gelten läßt. Er war Hausbesitzer in Wien26, war von 1414—1421 in Wien 21 Vgl. MahariV Minb,, S. 42b u. RGA.. Nr. 148—198. 22 Aron Blumlein dürfte als Schüler Säloms und als Onkel und Lehrer Isserleins ungefähr im letzten Drittel des 14. Jahrhunderts geboren sein. Da nun MeisterLein bei1 seinem Tode bereits erwachsene, gelehrte Söhne gehabt hat, wird er bei seinem Tode etwa 50 Jahre alit und aus diesem Grunde kaum ,׳ein Schüler des gleichaltrigenfAron Blumleins gewesen sein. Krauß Ansicht (S. 144), Meist er lein müsse älter als Isserlein gewestem sein, weil er zuweilen!von den Bescheiden Isserleins abweicht, ist unbewiesen. Wohl nur einem Versehen wird es zuzuschreiben sein, wenn Kr. (S 144) den im Jahre 1421 verstorbenen Meisterlein noch in dem Streit, den die Gemeindem Frankfurt; a. M.. Oppenheim, Köln, Geldern, Worms, Mainz und Jülich, in den Jahren 1455—56 mit Seligmann Oppenheim geführt: haben (Grätz, Vm3, 211 ff. u. Güdemann S. 38), ein greifen läßt. 23 Berliner, S. 178. zeigt■, daß Issierlein erst nach dem Katastrophen- Jahr von 1421 daran ging, sich einen festen Wohnsitz zu begründen. Er dürfte kafam vor; ׳dem Jahre 1423 seine erste" Stelle, die Marburg war, angetreten haben!. 24 Krauß (145) schließt aus M.s Worten (in dem Schreiben) gegen Seligmann Oppenheim, vgl. unten S. 45, Anna. 66עןרב'עוריקדיי״ים^כחכרלמלב<יחיי»:חני נדע את אשד ידובני־ ואת אשד נעשד,, daß so wie Meisterlem selbst, so auch seine Söhne in guten Beziehungen zur Regierung standen. Aber Master!ein sagt nur, daß ״wir“ dem kaiserlichen Hofstaate (Friedrich Öl. (IV.. der sehr oft seinen Sitz in Wr. Neustadt auf geschlagen, hatte) , ״nahe wohnen“ und daher genau wissen, daß jetzt keine Zeit zu Streitigkeiten sei. Also׳ von einem Zeugnis, daß seine Söhne der Regierung nahegestanden, kann keine Rede sein. 25 Vgl. Geyer u. Sailer, a. a. O., $. 601, ׳s, v. 26 Denn der Meisterlein, der vor dem Jahre 1421 in Wien ©in Haus besessen hatte, vgl. J. E. Schlager, Wiener Skizzen aus dem ,Mittelalter, Wien 1836, I 25 — Wertheimer, Judeninösterreich, B. I, S.. 57r Garn esina, S. 188, Nr. 385 : und Goldmann, S. 128, Änm, 2, war gewiß kein anderer als. Meisterlein von '. Perchtolsdorf, der in Wiener Urkunden vom Jahre 1414—1419 auftaucht, vgl. Geyer u. Sailer, S. 601, und der im Jahre 1417 neben anderen bedeutenden Männern der Wiener Gemeinde als Steuerein-

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