Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 79 (1935)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Träger des Namens "Meisterlein" in der Steiermark
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 35 (sequence 5)
- Language
- German
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Die Träg1©! des Namens ״Meister]ein" in der Steiermark 35 Neustadt15 und hat erst in den letzten Jahren seiner Amtstätig״ keit, als seine physischen Kräfte bereits im Schwinden waren, Hilfskräfte, zu welchen auch sein Enkel Meisterlein zählte, zur Bewältigung seiner großen Korrespondenz als Schreiber bei sich aufgenommen16. Meisterlein muß also damals noch in jungen Jahren gestanden haben. Denn es ist doch kaum־ anzunehmen, daß er als älterer Mann — selbst als Enkel — eine solche untergeordnete Stelle versehen haben würde. War er nun in den letzten Lebensjahren seines Großvaters Sälom, also ungefähr um das Jahr 1415 ein junger Mann von etwa 25 Jahren, so konnte er im Jahre 1421 kaum etwas über 30 Jahre gewesen sein. Dann aber erscheint es ausgeschlossen, daß er im Jahre 1421 bereits 2 erwachsene Söhne hatte, die, wie das sonst zuverlässige Geserahbuch berichtet17, gemeinsam mit ihm den Märtyrertod erlitten haben18. Denn daß es sich bei den beiden Söhnen um erwachsene Menschen handeln muß, ersieht man nicht allein aus dem Ausdruck ״s;ö n e ‘ — man hätte sie ja sonst als Kinder oder Jünglinge bezeichnet, wie ja das so oft im Geserahbuche geschieht — sondern auch aus dem ganzen Berichte, wie sie da den Aufbewahrungsort des Geldes angeben und die Annahme der Taufe verweigern. Sind aber die Söhne schon erwachsen gewesen, dann ist nicht gut einzusehen, warum nicht sie, die doch auch gelehrte Männer waren19, den Schreiberdienst bei ihrem Urgroßvater versehen haben. Noch unklarer wird die Sache, wenn man bedenkt, daß nach Ansicht von Krauß (S. 145) ja einer dieser Söhne bereits bei seinem Tode einen Sohn namens Meisterlein hatte. Auch wird man doch nicht gut glauben können, daß der etwa dreißigjährige Märtyrer Meisterlein ein Führer, ein ״Pamas“, in der damals doch recht ansehnliehen Wiener Gemeinde gewesen sein konnte20. Ich kann mir auch nicht gut vorstellen, daß ein dreißigjähriger ״Pärnas“ mit dem hochangesehenen Maharil in so regem Briefwechsel ge- 15 Vgl. Polläk, S. 51. Güdemann, S. 29r meint, der eigentliche Nach« feiger R. Säloms im Lehramte wäre Isserlein gewesen. Das ist unrichtig, denn tatsächlich war sein Nachfeiger Aron! Blumlein, wie dies dann später PolMk, S. 55 ff. nachgewiesen hat. 16 Vgl, Polläk, S. 50.;;/ 17 Vgl. Geldtnann, S. 122. ־ 18 Vgl. eben S. 32, Afnm, 4. Wir können dies aber auch daraus er« sehen, daß Isserlein in einer Antwort an Meisterleih, vgl. PesuKet. Nr. 95 Leket Joser B. I, S. 29 u. Nr. 138, der Erkl. seines Sohnes Jakob Erwähnung tut. Vgl. auch Freimann, S. XXXV, Nr. 69. 19 Vgl. Isserlein, PesuKet., Nr. 95 u. ייישד &pb I, 21, 83, 96 u. II, 50. 20 Krauß, S.144. Daß er in dem Geserahbuche als Rabbi bezeichnet wird!, wäre noch kein Beweis, daß er Gelehrter gewesen! sein mußte. Denn dies© Titulatur bedeutet häufig nur ״mein Herr". So wird! Josef, der Sohn Knoblauchs (vgL, oben S. 32, Anm. 5) von Isserlein PesuKet., Nr! 99, als Rabbi, von Josef von Höchstädt aber bloß als Josef Knoblauch .bezeichnet (vgl. Leket Joser, II, 46). ־*־־3