Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 79 (1935)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Israel Aaron, Hoffaktor des Großen Kurfürsten und Begründer der Berliner Gemeinde
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 27 (sequence 8)
- Language
- German
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Israel Aaron, Hoffaktor d. Großen Kurfürsten u. Begründer d. Berl. Gern. 27 Israel Aaron war zweimal verheiratet Der Name der ersten Frau, der Mutter von Aaron Israel, ist unbekannt. Jedoch ist sicher, daß Aaron Israel aus dieser ersten Ehe stammt,, denn die zweite Frau Israel Aarons, Esther Schulhoff, führte nach dem Tode Israels — 8. November 1673 — wegen des oben erwähnten ״großen Judenhauses" in Landsberg einen Prozeß mit Aaron Israel, in welchem er als ihr Stiefsohn bezeichnet wird. Aaron Israel war Petschaftstecher und diesem Berufe sind seine Nachkommen durch sechs Generationen hindurch treu geblieben. Denn auch der Sohn Aaron Israels, Marcus Aaron (gest. 1682), dessen Sohn Loeser Marcus (geb. 1705,, gest. 1799), dessen Sohn Michael Loeser (geb. 1728, gest. 15. 12. 1812), dessen Sohn Wolf Loeser, der im Jahre 1812 den Namen Lassally annahm sowie mein Urgroßvater Meyer Wolf Lassally und schließlieh dessen Sohn Wilhelm waren Petschaftstecher. Sie waren 200 Jahre lang in Landsberg ansässig. Ein zweiter Sohn Israel Aarons, Jost (Josias) Israel, stammte nicht, wie Hallo36 irrtümlich annimmt, aus der ersten Ehe Israel Aarons, sondern war ein ein Sohn Esther Schulhoffs. Das geht hervor aus einer Urkunde, in der sich Jost Israel für eine Schuld seines Großvaters Schulhoff, wegen der dieser in Arrest sitzt, verbürgt37. Er führte einen Prozeß wegen einer ״namhaften Quantität von gutem belegten und unbelegten Spiegelglas", das er an die Manufaktur in Neustadt an der Dosse liefern sollte, gegen den Landgrafen von Hessen — Kleists ״Prinzen von Homburg"37. Auch handelte er mit Juwelen nach Pommern und Mecklenburg38. Er gehörte, wie sich aus einem Verzeichnis der Berliner Juden ergibt39, im Jahre 1688 zu den unvergleiteten und wie aus einem Verzeichnis der Judenfamilien im Jahre 170040 hervorgeht, zu den vergleiteten Juden in Berlin. .י י. Ein weiterer Sohn Israel Aarons und Esther Schulhoffs, Halo, Stammtafel D. 37 Preuß. Geh. Staatsarchiv R 21—207 2 ל. 38 siehe Selma Stern, Bd. \7 S. 125. 39 Preuß. Geh. Staatsarchiv R 21—203. 40 vgl. Selma Stern, Bd. 2, S. 529.