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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1935-01-01 · Heft 1 · p. Seite 23

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
79 (1935)
Issue
Heft 1
Article
Israel Aaron, Hoffaktor des Großen Kurfürsten und Begründer der Berliner Gemeinde
Date
1935-01-01
Page
Seite 23 (sequence 4)
Language
German
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IRI
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Israel Aaron, Hoffaktor d. Großen. Kurfürsten u. Begründer d. Berk Gern. 23 Dieses Haus, das sog. ״große Judenhaus"9, hatte Israel Aaron im Jahre 1670 erworben. Es ist erhalten ein Rats-Protokoll vom 28. Juli 167010, durch das der Kauf eines Gartens durch Israel Aaron bestätigt wird. Mit seinem Antrag, ein Bethaus einzurichten, wird Israel Aaron aber abgewiesen. Trotzdem schein ein Bethaus auf diesem Grundstück errichtet worden zu sein, denn in einem Gesuch an den Großen Kurfürsten kommt Aaron Israel im Jahre 1696 darum ein, ihm in dem ״großen Judenhause", welches sein , Vater erworben habe und in welehern seit 25 bis 26 Jahren Gottesdienst abgehalten werde, das Abhalten des Gottesdienstes weiter zu gestatten* 11. 1657 finden wir Israel Aaron und seine Angehörigen in Königsberg in Ostpreußen. In einem an die Bürgermeister und Räte der Städte Königsberg gerichteten Befehl vom 10. Juli 1657 weist der Kurfürst wegen der Gefahr der Einschleppung der Pest aus Polen alle Juden ״aus den Städten und begriffen der Botmäßigkeit" aus, jedoch ״ohn den Factorn bey Unserer Armee, Israel Aaron, und etwa Zween oder Drey seiner Leute, die besonders zum Unterscheid von anderen mit einem Paß versehen"12. — Am 6. Oktober 1657 erhielt Israel einen in Königsberg ausgestellten Schutzbrief, der uns aufschlußreiche Mitteilungen über die Stellung Israel Aarons gibt13. 1663 siedelt Israel nach Berlin über, wo hundert Jahre früher vor der Vertreibung der Juden aus der Mark Brandenbürg seine Vorfahren14 sechzig Jahre lang in der Judenstraße gewohnt hatten15. In dem bereits erwähnten Seiderschen Berichte heißt es hierüber: ״Dieser Jude hatt das Haus in der 9 Das Haus steht heute noch in Landsberg, Ecke Luisen« und Charlottenstraße. 10 Magistrats«Archiv Landsberg E XXI dl, Nr. 2r Bl. 12. 11 Nach einer Mitteilung von Herrn Rabbiner Dr. Elsaß. 12 vgl. Jolowicz, Geschichte der Juden in Königsberg i. Pr., 1867, S. 17. 13 vgl. Abhang Anlage I. 14 lieber die Vorfahren Israel Aarons siehe Näheres bei Halo, S. 15 bis 33, Beilagen I—VI, Stammtafeln A und C. 15 vgl. das Gesuch Israels vom September 1671, abgedruckt von Moritz Stern, Die Niederlassung der Juden in Berlin,'Zeitschr.f. d. Gesch. d. Juden i. Deutsch!!., 1930, S. 141.

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