Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 79 (1935)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Israel Aaron, Hoffaktor des Großen Kurfürsten und Begründer der Berliner Gemeinde
- Date
- 1935-01-01
- Page
- Seite 22 (sequence 3)
- Language
- German
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22 Oswald Lassally Besten und Aufnehmen, wenn darinnen viel Handel und Wandel getrieben werde" und daß ״die Juden mit ihren Handlungen Uns und dem Lande nicht schädlich, sondern vielmehr nutzbar erscheinen"5. Diese Einstellung des Kurfürsten war es auch, die ihn bewog, wieder Juden in Berlin anzusiedeln. Der erste Jude nun, den er nach Berlin zog und den er sogar in seine persönliehen Dienste nahm, war Israel Aaron. In dem Bericht des Zeitgenossen Konsistorialrat Seidel6 heißt es, daß ״anno 1653 der Jude Israel Aaron Churfürstliche Bestellung bekommen habe, die Hoffstadt mit Weinen,. Victualien und anderen Waren zu verlegen". 1653 war also das Jahr der Bestallung Israels zum Hofjuden. Nach seinen eigenen Angaben war Israel Aaron, der aus Glogau stammte7, seit 1655 in Preußen ansässig. 1660 finden wir ihn in den Stadtbürgerlisten der Stadt Landsberg a. d. Warthe als ״der Hoff-Jude" unter Nr. 20 im Juden-Viertel wohnend aufgeführt8. Er wohnte dort offenbar schon seit 1656, denn in einer Tabelle vom 21. 12. 1699 heißt es, daß Aaron Israel seit 43 Jahren in Landsberg ansässig sei. Aaron Israel war der Sohn Israel Aarons. Wir wissen dies aus einem Berichte des Bürgermeisters und Rats der Stadt Landsberg an die Regierung und den Cammerinspektor vom Jahre 1695, worin es heißt: ״Auf die adjustation des Schutzjuden Aaron Israels und der Jüdischen Synagoge allhier an uns ergangene Verordnung vom 20. may h. a. geben wir zum Berichte, daß jedoch in dem von des Extrahenten Vaters, des damaligen H o f j u d e n, gekauften Bürgerhauß die Judenschaft hierselbst ihre Zusammenkünfte und Jüdischen Zeremonien etliche zwanzig Jahr gehalten, ob aber der verstorbene Hofjude ein Churf. privilegium darüber gehabt, davon ist uns nichts erwiesen." 5 Reskripte vom 12. 2. 1664 und! 8. 12. 1672, Preuß. Geh. Staats- Archiv R 30-212 und R 21—203, Nr. 24. 6 Schriften des Vereins für die Geschichte Berlins, 1904, Heft 39, S. 16. 7 vgl. Hallo, Die Geschichte der Familie Hallo, Kassel 1930, S. 19 ff. 8 Magistrats-Archiv Landsberg a. d.W., E XXIH al Nr. 1.