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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1935-01-01 · Heft 1 · p. Seite 19

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
79 (1935)
Issue
Heft 1
Article
Arbeiten zur Geschichte der Juden in Deutschland [Rezension]
Date
1935-01-01
Page
Seite 19 (sequence 9)
Language
German
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Arbeiten׳ zur Geschichte der Juden in Deutschland 19 (1348—1351), die weitere Regierungszeit der Wittelsbacher Markgrafen bis zu ihrem Ausgang (1351—1373), die Regierungs״ zeit Karls IV. in der Mark (1373—1378), die Zeit von 1378-1411, die Zeit der ersten Hohenzollern (1411—1446), die Judenver״ treibung von 1446, Regierungszeit des Kurfürsten Friedrich II. (1447—1470), des Kurfürsten Albrecht Achilles (1470—1486), des Kurfürsten Johann (1486—1499), des Kurfürsten Joachim 1. bis zur Vertreibung der Juden (1499—1510), den Hostienschän״ dungsprozeh und die Judenvertreibung von 1510, die Zeit von 1511—1532, die Zeit von 1532—1571, den Sturz Lippolds und die Judenvertreibung von 1571. In den einzelnen Abschnitten wird gewöhnlich ein Überblick über die in Betracht kommende Zeit,, die Geschicke der Juden׳, eine Geschichte der Abgaben, der rechtlichen Stellung und der wirtschaftlichen Tätigkeit der Juden gegeben. So gewinnt die Darstellung vielfach einen chronikartigen Charakter,. Eingehend wird u. a. die wirtschaftliche Tätigkeit der Juden in der Mark gewürdigt; aus dieser Schilderung ergibt sich, daß die Juden mindestens seit der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts von nicht zu unter« schätzender Bedeutung für das märkische Wirtschaftsleben gewesen sind. Auch die politische Seite des Ringens zwischen Kurfürst und Ständen um die Ausweisung der Juden seit der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts wird genau verfolgt. Der äußere Vorwand für die Judemvertreibung von 1510 war der Hostienschändungsprozeß; er wird nach der Darstellung von Fr. Holtze zusammengefaßt. Heise kommt dabei zu dem Ergebnis, daß kaum an einer von allen damals gegen die Juden vor gebrachten Beschuldi״ gungen etwas objektiv Wahres gewesen sein kann, daß aber damals die gesamte Bevölkerung einschL eines großen Teils der Gebildeteren von der Schuld der Juden fest überzeugt war!. Auch für den Kurfürsten dürfte es unmöglich gewesen sein^ sich gegen diesen plötzlichen Ausbruch des all« gemeinen Judenhasses zu wenden; so konnte er sich dem Drängen der Landisitände nicht mehr wie früher versagen und mußte die Juden unter irgend einem Vorwand aus dem Lande weisen. Die Folgen des Prozesses haben sich auch außerhalb der Mark bemerkbar gemacht; selbstverständlich ist die kurfürstliche Steuerpolitik durch die Vertreibung wesentlich beein« fhrßt worden. Von 1532 bis zum Beginn der vierziger Jahre des 16. Jahr״ Kunderts waren die Juden nur׳ zum Handel in der Mark zugelassen, seit etwa 1543 übten sie auch wieder ihre altbekannte Geldleihe״Tätigkeit im Lande aus. Unter Joachim II. hat der Jude Lippold eine einflußreiche Rolle gespielt^ in dessen, Schilderung Heik im wesentlichen dem Urteile Acker״ manns folgt. Mit der Vertreibung der Juden 1571 und der Hinrichtung Lippolds ist der wichtigste Einschnitt in der gesamten Geschichte des märkischen Judentums bezeichnet. Fast genau hundert Jahre dauerte es bis zur Neuansiedlung. In dem zweiten Teil seines Werkes behandelt Heise 2❖

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