Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 78 (1934)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Vorgänger der "Flora der Juden"
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 234 (sequence 3)
- Language
- German
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234 S. Jrivorka ihren Gebrauch (so Stephanos und Honein). Einer der bedeutendsten Pflanzenkenner war unter ihnen Xbn Sinä, lateinisch Avicenna (gest. 1037), dessen Werk, das Qanün: Über die Heilmittel allgemein berühmt wird. Bei den Juden hat Rabbi Moses Ben Maimun (geb. 1135 zu Cordoba) einige Pflanzennamen der Misna erklärt. Nach Erfindung der Buchdruckerkunst überwiegen noch immer die Kommentare der griechischen Autoritäten. Den Theophrast sehen wir seit 1483 in mehr als 20 *verschiedenen Ausgaben mit über 12 Kommentaren — z. B. in dem von Scaliger verfaßten — wieder. Sehr verbreitet waren auch die Dioskurides- Kommentare, der erste, der sogenannte Aldinische, dann der des Matthioli, zuletzt (1829—1830) der des Curtius Sprengel. Nur gegen Ende des XVI. Jahrhunderts ist man darauf gekommen, daß man nicht weiter auf die Autorität der Alten schwören kann, daß man die griechischen Pflanzen des Dioskurides z. B. auf deutschem Boden vergebens sucht und daß nichts anderes übrig bleibt, als die Natur unmittelbar zu beobachten. Als Folge dieser Erkenntnis beginnt man mit der Ausgabe von Beschreibungen der Pflanzen einzelner Länder, anfangs in der Form der ,,Ortus sanitatis“ oder ,,Herbarius“, dann der ״Kreuterbücher“, vorläufig lediglich zum Zwecke der Heilung dienend, später aber schon als die Ergebnisse rein naturwissenschaftlicher Forschung. Die Durchforschung der Flora Arabiens und Ägyptens beginnt schon zu dieser Zeit (Prosper Alpini, später Forskal, Delile, neuerdings besonders die Forschungen von Ascherson und Schweinfurth), während die Welt der wildwachsenden Pflanzen Palästinas und Syriens, abgesehen von einer Inaugural-Dissertation unter Linnes Leitung, systematisch und zusammenfassend erst in den letzten Jahrzehnten, durch die gründlichen Forschungen von Boissier, Bornmüller, Post, Dinsmore, Eig etc. beschrieben wird. Ohne diese gründlichen Durchforschungen des Heiligen Landes wäre es unmöglich gewesen, eine endgültige Darstellung der biblischen und talmudischen Flora zu gewähren. Zu den Zeiten der großen, mit Karl Linne beginnenden Reformtätigkeit auf dem Gebiete der Pflanzensystemätik beginnen endlich auch die systematischen Deutungen der in der Bibel und dem Talmud eine Rolle spielenden Pflanzen, deren Erklärung unsere