Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 78 (1934)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Vorgänger der "Flora der Juden"
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 233 (sequence 2)
- Language
- German
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Vorgänger der ,,Flora der Juden** 233 Der Umstand, daß sich die biblischen Völker so frühzeitiger schriftlicher Denkmäler rühmen können,• erklärt auch die ge־ wattige Menge der frühen kulturhistorischen Angaben. Der weitere Umstand, daß diese Völker schon so bald sich dem Ackerbau hingaben, bedingte notwendig die Kenntnis der nützlichen Gewächse, welche ihre Hauptnahrungsmittel bildeten. Nun kamen aber diese Völker auch in Berührung fast mit allen Völkern der damals bekannten Welt, so daß man ohne die Kenntnis dieser Kulturverbindungen, welche Persien, Syrien, Mesopotamien, Arabien, Ägypten, die griechischen Städte und Italien bis Spanien umspannten, mithin ohne den botanischen Wortschatz dieser Völker auch den der Bibel und des Talmud nicht erklären könnte. .Stark fühlbar sind in erster Reihe die griechischen Kultur- Verbindungen. Die Bezeichnungen der homerischen Flora (von Miquel, Schmiedeberg, Murr, Fellner bearbeitet) und die späteren griechischen Pflanzenkenntnisse werden teils auch durch die semitischen Völker übernommen. Die Griechen, die die botanischen Erscheinungen ursprünglich nur mit Hinblick auf die Landwirtschaft und Medizin betrachteten, fassen diese Kenntnisse schon systematisch zusammen. Von solchen Geistesprodukten der Griechen sind besonders die Bücher des Theophrast aus Eresos (geb. 371 v. Chr.), eines Schülers des Aristoteles ־ (De historia et de causis plantarum. libri decem), dann das Werk: ,,De materia medica'Cdes kilikischen Arztes Pedanios Dioskurides (lat. Dioscorides) Anazarbeus (1. Jhdt. nach Chr.) hervorzuheben. In Dioskurides * Werken spielen auch italienische Pflanzen neben ägyptischen eine große Rolle. Die Autorität dieser zwei Werke, so wie auch die naturwissenschaftlich-philosophische Forschung des Aristoteles überhaupt, galten während des langen Siechtums der europäischen Wissenschaft für lange Jahrhunderte, durch das ganze Mittelalter als maßgebend und als die einzigen Quellen der botanischen Kenntnisse. Bei den Römern blieb der ältere Plinias (gest. 79 n. Chi. beim Ausbruch des Vesuvs) mehr nur ein fleißiger, aber oberflächlicher Kompilalor, trotzdem erlangt sein Werk (Historiae nataralis libri XXXVII.) in Ermangelung seiner Quellen erhebliche Wichtigkeit. In botanischen Dingen sind auch die Araber nur unselbständige Schüler der Griechen. Sie übersetzten Dioskurides für