Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 78 (1934)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Vorgänger der "Flora der Juden"
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 235 (sequence 4)
- Language
- German
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Vorgänger der ״Flora der Juden“ 235 Kenntnis der Kulturgeschichte fördert. Die ersten diesbezüglichen Werke sind noch mehr religiöse Betrachtungen; so das Hierophyticon von Hiller (1725), dann die Physica sacra iconibus illustrata, in vier Bänden, mit 749 Tafeln von dem Züricher Professor, dem älteren Scheuchzer (1732—35), oder die Phytographia sacra von Johann Geßner. Das erste rein wissenschaftlich durchgeführte Geistesprodukt war aber das״ Hierobotanicon von Olaf Celsius, dem Professor der Theologie in Upsala, in 2 Bänden (1745—47), welches inbezug auf die botanischen Ausdrücke die Heilige Schrift auf linguistischem Grunde, mit großer Sorgfalt und Sachkenntnis durchforschte. Ihm folgten wieder erst im XIX. Jahrhundert einige Werke ähnlichen Wertes, so die des Curtius Sprengel, dann die des Reynier und besonders die von Rosenmüller, dessen ,,Handbuch der biblischen Alterthumskünde IV. 1. Das biblische Mineral- und Pflanzenreich. 1830“ schon einen wichtigen Fortschritt bedeutete. Später vermehren sich noch sowohl die ernsthaft wissenschaftlichen, wie die mehr oder minder dilettantischen kulturgeschichtlichen Werke über die Kultur- und Heilpflanzen des Heiligen Landes. Wir erwähnen neben den Werken des Italieners Paolo Coultrera: Flora biblica (1861) und denen des Engländers J. Smith und Balfour (The plants of bible), noch die verwandte Tätigkeit Karl Ritters, sowie die Synopsis Florae classicae von Fraas (1845), dann das Werk Hehns über die ,,Kulturpflanzen und Haustiere in ihrem Übergang aus Asien nach Griechenland und Italien“, sowie die Werke Schönhaks, Hamiltons, Boudais' und besonders die Foncks. Aus all diesem ergibt sich, daß die Pflanzennamen des Talmud denen der Bibel gegenüber ziemlich lange vernachlässigt blieben. Dieses Versäumnis nachzuholen, erschienen 1881 die ,,Aramäischen Pflanzennamen“ aus der Feder Immanuel Löws, welches erfolgreiche Werk weitere mehr als 1200 Pflanzennamen enträtselte, nachdem schon früher in dem Buche des Rabbiners Dr. M. Duschak: Zur Botanik des Talmud, Pest 1871, ein solcher Versuch gemacht wurde. Dieseganze,dieBemühungenmehrerer Jahrhunderte inAnspruch nehmende Tätigkeit wird nun zusammengefaßt und gekrönt in dem großangelegten fünf bändigen Werke der ,,Flora der Juden“ Immanuel Löws. Es ist nicht meine Aufgabe, diese umfassendste