Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 78 (1934)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Die Kohut - Löw - Steinschneider - Korrespondenz
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 214 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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214 G. A. Kohut nehmen zu unterstützen, das ihn 25 Jahre hingebenster Arbeit kostete. Einige seiner Briefe machen deshalb den Eindruck, als ob er seine gelehrten Zeitgenossen unablässig mit Bitten belästigte. Tn einem Schreiben an Löw nennt er ihn einen glücklichen Mann, weil er einen Verleger für sein Buch über Pflanzennamen gefunden hat, und er wagt zu hoffen, daß er durch seine Vermittlung auch einen solchen für sich finden würde. An einer andern Stelle erklärt er, warum er wegen der körperlichen Anstrengung und der außerordentlich großen Mühe beim Lesen der drei Abzüge, neben großer Sorge und Verärgerung, Löws Anerbieten zur Mitarbeit nur annehmen könnte, wenn dieser seine kritischen Anmerkungen am Ende jedes Bandes bringen würde. Er rechtfertigt vielleicht damit, wenn auch unabsichtlich, den jahrelangen Groll jenes großen Gelehrten, der gelegentlich bis zum wissenschaftlichen Streit und zu heftigen Ausfällen führte. In diesem Lichte sollte man Fleischers etwas unrühmliche Bezugnahme auf Kohuts Aruch in einem der Löwschen Briefe an Steinschneider als eine Rückwirkung von Löws eigenen Ansichten über -die Angelegenheit lesen und betrachten. Andererseits erkennt Kohut dankbar des andern Gefälligkeit und Rücksichtnahme an, als er ihm ein Fragment des Aruch, das von Abraham Zaccuto, dem berühmten Autor des Yuchasin, zusammengestellt worden war, zur Verfügung stellte, und er bittet, ihm dabei zu helfen, ihm eine Abschrift der unveröffentlichten Talmud-Kommentare von Rabbenu Gerschom Meor ha- Golah und Rabbenu Hananel zu verschaffen, welche Dr. A. Berliner in Rom erworben hatte. Es erfolgt später ein weiterer Austausch von Höflichkeiten bei den literarischen und sprachwissenschaftlichen Fragen, die zwischen ihnen erörtert werden und -welche auch für den Steinschneider-Löwschen Briefwechsel charakteristisch sind. Steinschneiders Schlagfertigkeit und Neigung zu Wortwitzen werden in einer seiner Mitteilungen an Löw und in Löws Brief an mich, dem letzten in dieser kleinen Sammlung, gekennzeichnet1. 1 Ich besitze viele satirische und auf klärende Briefe von Löw an mich, deutsch oder ungarisch oder in beiden Sprachen geschrieben, die eines Tages die Leser sehr fesseln werden. Sie erörtern eine große Reihe