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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1934-01-01 · Heft 1 · p. Seite 198

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
78 (1934)
Issue
Heft 1
Article
Mendelssohns handschriftliche Glossen zum More Nebukim
Date
1934-01-01
Page
Seite 198 (sequence 4)
Language
German
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198 Simon Rawidowicz Auch in der Verteidigung des Judentums nach außen liefert ihm Maimonides öfter die nötigen Waffen1. Einen viel größeren Reiz hätte doch aber für Mendelssohn das philosophische Hauptwerk Maimonides' haben müssen. Der More Nebukim hätte ihm die Gelegenheit geboten, sowohl zu Maimonides' Philosophie Stellung zu nehmen, als auch manche Probleme der Aiistotelischen und jüdischen Metaphysik im Lichte seines eignen philösophischen Systems zu beleuchten. Daß es hier an Berührungspunkten nicht fehlt, ist wohl bekannt2. Philosophisch-systematisch wäre ein Kommentar Mendelssohns zum More Nebukim viel fruchtbarer und von größerer Wirkung als der zum ,,Millot ha-higgajon". Mendelssohns wenige handschriftliche Glossen in seinem More Nebukim-Exemplar lassen darauf schließen, daß der Kommentator der ,,Millot hahiggajon" auch Kommentator des More Nebukim hätte werden und so eine äußerst wertvolle Ergänzung zu seinem allgemeinen und jüdischen philosophischen System hätte liefern können. Wenn auch leider diese Glossen unsere Wissenschaftliehe ,,Neugierde" keineswegs befriedigen können, so verdient jedoch auch das Wenige kurz gesichtet zu werden. Zunächst sei festgestellt, daß David Friedländers Angaben Über Mendelssohns Glossen ungenau sind. Nicht übersehen dürfen ebenfalls die Unterstreichungen werden, die teils im Text des More Nebukim selber, teils im Text der Kommentare zu finden sind, von denen man mit voller Sicherheit behaupten darf, daß sie von Mendelssohns Hand stammen (vergleiche weiter unten). An verschiedenen Stellen sind kurze Bleistiftlinien am Rande des Textes angebracht. Ob die ebenfalls von Mendelssohn stammen, ist nicht zu entscheiden. Interesse verdient die sicherlich von Mendelssohn mancherorts vorgenommene Zeichensetzung des Textes. So sind z. B. die Kapitel 52 und 53 des ersten Teiles des More Nebukim, die einleitenden Attributen-Abschnitte, durch-! 1 Vgl. ־u. a. Mendelssohns Antwort an Lavater, die ,,Gegenbetrachtungen über Bonnets Palingenesie“ im 7. Band der Mendelssohn- Jubiläumsausgabe und die zugehörigen Anmerkungen im Apparat des Bandes. 2 Mendelssohns Stellung zum älteren jüdischen Denken, zur jüdischen Religionsphilosophie des Mittelalters soll in einer besondern Studie behandelt werden.

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