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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1934-01-01 · Heft 1 · p. Seite 191

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
78 (1934)
Issue
Heft 1
Article
Das Motiv vom veruntreuten Depositum in der jüdischen Volkskunde
Date
1934-01-01
Page
Seite 191 (sequence 9)
Language
German
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Das Motiv vom veruntreuten Depositum in der jüd. Volkskunde 191 daß sein Vorhaben mißglückt war, erschlug er seine Frau1. Joseph Perles hat schon im Jahre 1872 die Erzählung in der Pesikta und in R. Nissims Anekdotenbuch mit der Geschichte Abdallahs aus 1001 Nacht verglichen2. Er verweist auch auf abendländische Quellen3, auf die Disciplina Clericalis des getauften Juden Petrus Alfons, die Gesta Romanorum c. 118 und den Decameron. Außerdem sind noch die Erzählung ,,Von einer Königin aus Hispanien und einem Wirt", in Johannes Paulis Schimpf und Ernst (Nr. 273) zu nennen und die Parallelen die Johannes Bolte in seiner Ausgabe4 anführt; hier fehlen aber die hebräischen Quellen und Nachweise gänzlich. 6. W. Baumgartner bringt in seinem Aufsatze über die Geschichte der Susannalegende5 neun Gruppen von Erzählungen. Diese haben mit unseren Sagen verschiedenes gemein. I. Sie behandeln mehr oder weniger ausführlich ein Depositum. II. Das Depositum wird einem alten Manne, also einer vertrauenswürdigen Person, oder einem Manne an vertraut, der wie der Blinde als des Vertrauensbruches unfähig betrachtet wird3. III. Das Depositum wird zunächst verleugnet, — später aber auf verschiedene Weise vom Eigentümer wiedergewonnen. W. Baumgartner nennt als besonders charakteristisches Motiv eines Jünglings Weisheit oder Richterspruch. Das ist bisher nicht erwähnt worden. Denn es kann im vorliegenden Zusammenhang nicht als besonders bezeichnend erachtet werden. Dagegen interessieren von den bei Baumgartner angeführten Gruppen hier die Geschichten vom Doppelgänger6. Zu dieser Gruppe gehört eine aramäische Erzählung, die Menachem de Lonzano in einer Handschrift entdeckt7 und Jellinek veröffentlicht hat8. Die Erzählung ist auch sonst religionsgeschichtlich und volkskundlich wichtig. 1 Maasijoth. Kr. 106, vgl. auch Gaster Exempla Nr. 315. 2 Zur rabbinischen Sprach- und Sagenkunde Breslau. 1873, s. S. 73—74 (Sonderabdruck aus dieser Monatsschrift). 3 S. a. a. 0., S. 74 Anm. 4 Berlin 1924 II 414. 5 ARW. 24, 1926, S. 258—280, besonders S. 269. 6 nach indischen Quellen und mongolischen Märchen, ebd. S. 271 s. Anm. 5. 7 Maarich, ed. Jellinek, S. 126. 8 Bet ha Midrasch IV, 142—143.

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