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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1934-01-01 · Heft 1 · p. Seite 182

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
78 (1934)
Issue
Heft 1
Article
Berührungspunkte zwischen talmudischem und umweltlichem Denken
Date
1934-01-01
Page
Seite 182 (sequence 3)
Language
German
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182 Michael Guttmann den Diener Abrahams und seine Tiere ,räumen' (Gen 2431): Ab. de R. Nathan a. a. O. — Weit anschaulicher ist das gleiche Motiv in der midraschischen Ausgestaltung des Kampfes zwischen Propheten Eliahu und den Propheten des Baal. Unter anderem sollen die zwei Farren, deren einer dem Ewigen,: der andere dem Baal geopfert werden sollte, ein Zwiegespräch mit Eliahu geführt haben (Tanch. Massei 8). Auch diese Tierlegende wird von Eisenmenger als etwas rein Jüdisches gebucht. Und doch hat sie ihre guten Parallelen in der altchristlichen Legendenliteratur. Hier nur ein Beispiel aus dem ,,Leben des hl. Paulus, des ersten Ein- Siedlers" (Migne XXIII, 17—28) in der Hieronymusübersetzung der schon erwähnten Bibliothek der K.-V. c. 8, S. 26, wo das Fabelmensehlein mit Hörnern und Bocksfüßen vor dem hl. Antonius erscheint. Diese mythologische Gestalt tritt gleichsam aus ihrem tausendjährigen Rahmen hervor und bittet im Namen ihrer Artgenossen, die als Faunen, Satyrn und Inkuben verehrt wurden, um die Fürsprache des: Heiligen. Antonius stieß mit dem Stabe auf den Boden und sprach: :,,Weh dir Alexandria, weil du an Stelle Gottes Götzenbilder verehrst! Weh dir, buhierische Stadt usw. Die Tiere sogar bekennen Christus und du verehrst an Stelle Gottes Götzen". Tierhyperbel in Wunder umgesetz t. — Ein ganz merkwürdiger Fall liegt vor in der bekannten Hyperbel vom Elephanten, der durch ein Nadelöhr durchgezwängt wird. Der übertriebene Scharfsinn der Pumpeditaner wird ad absurdum geführt durch die hyperbolische Redensart, daß sie einen Elephanten durch das Nadelöhr bringen (B. Mez. 38 b). Nahezu dieselbe Hyperbel liegt auch Math 1924 vor : ,,Es ist: leichter, daß ein Kamel durch ein Nadelöhr ,gehe, denn daß ein Reicher ins: Reich Gottes komme." Die Hyperbel will an beiden :Stellen etwas Unmögliches ausdrücken. An einer anderen Talmudstelle tritt das Moment der Unmöglichkeit noch deutlicher hervor. Den Spruch Jonathans, daß man■;auch■ im Traume Undenkbares nicht zu sehen bekommt, erläutert Raba durch die Bemerkung, daß man eine (Natur)palme aus Gold oder einen Elephanten, der durch ein Nadelöhr geht, auch im Traume nicht za sehen bekommt (Berach.55 ר b). Demgegenüber kennt die; altchristliche Legende das Wunder von der leibhaftigen Verwirklichung dieser Hyperbel. In den

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