Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 78 (1934)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Berührungspunkte zwischen talmudischem und umweltlichem Denken
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 183 (sequence 4)
- Language
- German
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Berührungspunkte zwischen talmud. und umweltlichem Denken 183 Akten des Petrus und Andreas erklärt der reiche Onesiphorus, daß er nur dann bereit sei ,dem Gotte des Petrus zu folgen, wenn ihm dieser das Wunder vorführt, daß ein Kamel durch ein Nadelöhr geht, Petrus erfüllt seinen Wunsch und läßt ein Kamel zu wiederholten Malen durch ein Nadelöhr gehen. Man vgl. Bardenhewer, Geschichte der altkirchlichen Literatur, I2 1913, S. 571. Den Text selbst vgl. in der engl. ,,Ante-Nicene Christian Library“ T. u. T. Clark, Bd. XVI, S. 371 L Schon die wenigen Beispiele zweier glaubensmäßig und ethnisch gesonderter Kreise, die sich vielfach vermehren lassen, zeigen Deckungen oder zumindest Schnittpunkte, die vor allzu weitgehender Individualisierung von Denkformen warnen. Insbesondere mahnen sie zur Vorsicht bei Beurteilung legendärer und folkloristischer Elemente altjüdischen Schrifttums. Man ist nur allzu leicht geneigt, sie isoliert aus sich selbst heraus zu erklären und abzuwerten. Wie falsch dieser Weg ist, zeigt die Vergleichstheoretische: Methode am deutlichsten. Sie wird mit Recht in neuerer Zeit auf immer weitere Wissensgebiete ausgedehnt. Es wäre zu wünschen, daß man sich ihrer auch bei Erforschung altjüdischer Materien mehr als bisher bedienen möchte. Würde sich ein Eisenmenger die Aufgabe gestellt haben, die durch Jahrzehnte gesammelten alt jüdischen und jüdisch-mittelalterlichen Archaismen vergleichsgeschichtlich zu beleuchten, er würde ein noch weit größeres Werk geschaffen haben. Allerdings hätte er für sein Lebenswerk einen andern Titel wählen müssen. Statt des Entdeckten Judenthums wäre die entdeckte Menschheit oder die entdeckte Menschen- oder Volksseele zur Darstellung gekommen. Das Motiv vom veruntreuten Depositum in der jüdischen Volkskunde. Von A. Marmorstein. 1. Die rabbinische Sage und Parabel gebraucht des öfteren das Motiv des Depositums, um ethische Lehren einzuprägen. Theologie und Volkskunde, Hellenisten und Evangelien zeigen hier eine ganz auffallende Ähnlichkeit mit den alten Predigern