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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1934-01-01 · Heft 1 · p. Seite 174

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
78 (1934)
Issue
Heft 1
Article
Einiges über Bereschit Rabba
Date
1934-01-01
Page
Seite 174 (sequence 3)
Language
German
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174 Chanoch Albeck Mischna, Baraita und. Talmud das Bestreben, Bestimmungen, Erklärungen, Aussprüche und Erzählungen von einem Falle auf den anderen zu übertragen, wie ich anderwärts gezeigt habe. Hingegen ist es eine spezifische Eigenschaft des agadischen Midrasch, jedes Kapitel mit einer oder mehreren Einleitungen, Petichot, zu versehen, die an sich bald einfache, bald längere und zusammengesetzte Deraschot zum Inhalte haben.' So enthält der Ben R. 246 Petichot, die sich folgendermaßen verteilen: 38 Abschnitte besitzen je eine, 20 je 2, 15 je 3, 8 je 4, 5 je 5, 6 je 6, 3 je 7 und 1 Abschnitt (Kap. 53) hat sogar 9 Petichot. Dagegen haben 7 Kapitel gar keine Peticha, so daß es zweifelhaft erscheint, ob diese Stellen ursprünglich eigene Abschnitte gebildet haben. Das Charakteristische der Petichot besteht darin, daß gewöhnlich ein Vers aus den Propheten oder Hagiographen zu dem betreffenden Abschnitt der Tora in Beziehung gesetzt wird, so daß äußerlich Femliegendes kunstvoll vereinigt wird. Am Ende der Peticha wird der erste oder zweite Vers aus dem Toraabschnitt, der den Ausgangspunkt bildete, wiederholt und so eine Verbindung zur folgenden Kommentierung hergestellt. Zum Zwecke der Petichot scheinen sich die Hagiographen ganz besonders geeignet zu haben. So stammen in Ber. R. unter den zu Petichot verwandten Texten 83 aus den Psalmen, 60 aus den Sprüchen, 32 aus Hiob, 16 aus Kohelet, 5 aus dem Hohenlied, 2 aus Daniel und ein Vers aus Echa. Aus den Propheten sind dagegen im ganzen 37 Texte geschöpft und zwar 14. aus Jesaja, 5 aus Ezechiel, je 4 aus Jirmia und Hosea, je 2 aus Arnos und Micha und je 1 Text aus Sam. I und II, Kön. I und II., Habakuk und Malachaj. Dem verbleibenden Rest von 10 Petichot liegen Verse aus der Tora selbst zugrunde, und zwar je 3 aus Ex. und Lev., 2 aus Deut, und je.einer aus Gen. und Num. Der Umstand, daß die Psalmen die meisten Texte für die Petichot lieferten, beweist, daß der Prediger seine Auswahl nicht nach äußeren Gesichtspunkten traf , sondern daß er darauf bedacht war, einen ihm geeignet scheinenden: Text von allgemeiner Bedeutung zum Gegenstand seines Vortrages zu machen. Rapoport (Erech Millin S. 171) nimmt an, daß die Prediger n u r Hagiographen- Texte gewählt hätten, weil diese am Sabbat vormittag nicht gelesen werden durften > weshalb sie um so ausgiebiger am Nachmittag zu den Predigten herangezogen worden wären. Diese Annahme

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