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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1934-01-01 · Heft 1 · p. Seite 173

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
78 (1934)
Issue
Heft 1
Article
Einiges über Bereschit Rabba
Date
1934-01-01
Page
Seite 173 (sequence 2)
Language
German
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Einiges über Bereschit Rabba 173 (S. 1264). Bei der Übertragung der einzelnen Deraschot auf verschiedene Schriftverse wurde später auch nicht immer auf den gleichen Wortlaut in der Tora geachtet. Die Tatsache, daß eine Deutung auch zu einer anderen Redewendung paßt, genügte, um von dieser Deutung auch an der anderen Stelle Gebrauch zu machen. Ja, zuweilen scheute man auch nicht vor Änderungen zurück, die sich aus dem jeweiligen Inhalt und Zusammenhang der neuen Stelle ergab. Auf diese Weise wurde das midraschische Material vervielfältigt und aus verhältnismäßig kleinen Anfängen zur großen Blüte gebracht. Es kann hier und da auch festgestellt werden, daß die Übertragung rein mechanischer Art ist, daß der von anderwärts hergeholte Derasch an der neuen Stelle gar nicht am Platze ist und nur durch die gleichen Wörter veranlaßt wurde. Hierfür nur ein Beispiel, das aufschlußreich sein dürfte. Zu dem Vers bei den Töchtern Lots לכה נשקה ונר ונחיה מאבינו זרע (Gen. 192מ) sagt Samuel, es heiße nicht בן, sondern ורע und gemeint sei, der Nachkomme aus anderem Stamme (ודע.♦ ממקום אחר), nämlich der Messias. Der Sinn der Deutung ist hier klar, da der Messias von David, dem Nachkommen der Moabiterin Ruth, abstamme. Diese Deutung wird aber auch zum Vers bei Seth כי שת לי אלהים זרע אחר (425) gegeben, was unverständlich ist, da doch Seth mit dem Messias nichts gemein hat. Im Mittelalter hat diese Stelle bei den christlich-jüdischen Polemiken eine große Rolle gespielt,: weil die christlichen ״Schriftgelehrten“ aus ihr folgern wollten, daß der Messias nicht von Menschen abstamme, sondern ממקום אחר. Tatsächlich ist der Derasch von der Stelle bei Moab auf Seth wegen der Worte זרע אחר übertragen, ohne daß die Übertragung sachlich berechtigt wäre. Später wurde die Deutung auch bei Rahel zum Vers 3024) יוסף י״י לי בן אחר) angewandt ( Jelanndenu, zitiert in Jalkut ed. pr.), in der Annahme, daß der Ursprung des Derasch im Wörtchen אחר liege, was aber nicht zutrifft, da es dem Agadisten auf das Wort זרע ankam, wie ausdrücklich in Ber. R. betont wird. Bei Rahel heißt es aber בן, und nicht זרע. Diese Gepflogenheit, Übertragungen in beliebiger Art vorzunehmen, ist nicht eine besondere Eigenschaft des. Midrasch, sondern gewissermaßen das gemeinsame Merkmal der gesamten talmudischen Literatur.; Wie ein 1:oter Faden zieht sich durch

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