Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 78 (1934)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Aus den Lehrhäusern Erez Israels im 2. - 3. Jahrhundert
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 167 (sequence 4)
- Language
- German
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Ans den Lehrhäusern Erez Israels im 2.—3. Jahrhundert 167 laubnis von seinem Lehrer. Geschah dies nicht, so soll dem Betreffenden eine Art Strafe, ־wie die in dem Anfang dieses Paragraph zitierten Satze genannte, auferlegt werden. War diese Erlaubnis für jeden Gesetzestreuen, speziell für Weisenjünger von Bedeutung, so hatte sie natürlich erhöhte Wichtigkeit für die die Reinheitsgesetze beobachtenden Kohanim, wie tatsächlich mehrere solcher Fälle in den Quellen besprochen werden1. Man wird wohl nicht fehlgehen* wenn man den Ursprung der später allgemeiner gewordenen Sitte in weit älterer Zeit i n p r i e sterlichen Kreisen vermutet. 4. Der Aufenthalt in Palästina war auch im Zusammenhang mit der Ordination oder der Ernennung eines Gelehrten zum ,,Ältesten" von Wichtigkeit. Diese durften nur in Palästina vorgenommen werden. Hielt sich nun ein Kandidat des .,,Ältesten"- Amtes — davon ist in den Quellen die Rede— im Ausland auf, so konnte die Ernennung entweder überhaupt nicht, oder nur bedingt vorgenommen werden. Diese letztere Möglichkeit fassen die Gelehrten von. Cäsarea ins Auge, indem sie die Regel aufstellen: Man dürfe im Ausland sich aufhaltende Gelehrte als ,,Älteste" ernennen mit der Bedingung/ daß sie zufückkehren2.־ In diesem Zusammenhang werden als Aufenthaltsorte.. Rom, Da,maskus, Tyrus und Gaza (das auch als Ausland galt) genannt. Es ist sicher .anzunehmen, daß aüch in diesen Fällen ein.besonderer. Urlaub zur Ausreise gegeben wurde; doch mußten die Kandidaten zwecks, endgültiger: Ernennung nach. Palästina :zurückkehren.'?5. Es ist nun klar, daß das ״Urlaubnehmen" ein wichtiger Faktor im Leben der; palästinensischen Hochschulen des: 3. ui!& 4. Jh. gewesen ist. Wie so manchen Brauch, hatte die orientalische. Kirche ׳ auch diesen von der Synagoge übernommen. Deissmann, Licht vom Osten4, 189, teilt ein koptisches' Östrakön aus Ägypten, etwa aus dem J. .600, mit,, worin drei Kandidaten, namentlich Samuel, Jakob und Aron, ihrem Bischof Apa Abraham gegenüber nebst vielen anderen Verpflichtungen auf sich nehmen: ,,. . . . Keine Hand(auflegüng) soll auf uns 1 j. Ber. III, 1 (6 a41 ff.). Aach hier vertritt R. Jehnda den rigorosen Standpunkt (vgl. auch TMK II (I), 1, 2307). Zu ליטור in Semahot IV, lt — ed. Higer 12163 falsch ליטול — vgl. HUCA V, 223, Anm. 111. 2 j. Bikkurim III, 3 (65 d17 ff.).׳ .־ ־ ׳. ־ .. •:<