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Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums · 1934-01-01 · Heft 1 · p. Seite 162

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Journal
Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
Volume
78 (1934)
Issue
Heft 1
Article
Familienreinheit und Sittlichkeit in Sepphoris im zweiten Jahrhundert
Date
1934-01-01
Page
Seite 162 (sequence 37)
Language
German
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162 A. Büchler Sein Ausspruch, daß auch in der messianischen Zeit Gott sich nur dem Stamme Levi zuwenden wird, (um ihn von bemakelten Mitgliedern zu reinigen), Maleachi 3, 31, setzt gleichfalls voraus, daß sich unter den Priestern seiner Zeit bemakelte fanden. Derselbe Satz wird in b. Kidd. 70 b'ff. von R. Hama, dem Sohne des R. Haninah, in Sepphoris vollständiger angeführt : Wenn Gott die Stämme Israels (von Bemakelten) reinigt, reinigt er erst den Stamm Levi, Mal 3S. Da er diesen Ausspruch in Sepphoris vortrug, hatte er die dort von ihm beobachteten Zustände unter den Ahroniden und Leviten im Auge, welche durch menschliches Eingreifen nicht gebessert werden konnten und die Reinigung von der messianischen Zeit erwarteten. Und R. Eleazar b. Pedath sagt: Wenn du einen frechen Ahroniden siehst, vermute keine bemäkelte Abstammung2; denn sein babylonischer Lehrer Samuel hatte erklärt, daß freche Ahroniden aus der Vermischung von Pa§hurs Sklaven und Priestertöchtern stammten. Der letzte Satz der behandelten Baraitha in Kidd. 70 a: ,,Und wer andere bemakelt, ist selbst bemakelt“, und der erklärende Zusatz des babylonischen Lehrers Samuel: ,,Er bemakelt mit seinem eigenen Makel“, sind für diese Untersuchung von besonderem Interesse. Denn die erste Erklärung weist auf die damals geübte schädliche Gewohnheit von gewissen Leuten hin, den Nachbar leichtfertig zu beschimpfen, und, da in der Bevölkerung des Ortes, wo der Urheber der Baraitha lebte, ein oder zwei Personen als mit ernsten Familienmakeln behaftet bekannt wären, den Genossen öffentlich als schwer bemakelt zu bezeichnen. Es ist derselbe Mißbrauch, den die Baraitha in Kidd..'•.28 a, die den Ausgangspunkt dieser Untersuchung bildet, etwas genauer beschreibt: Wer seinen Genossen einen Sklaven nennt, verfalle dem Banne; wer.ihn einen Mamzer nennt, erhalte vierzig Geißelhiebe. Während aber. R. Jose b. Halaftha, der oben mit hoher Wahrscheinlichkeit als der Urheber dieser Baraitha erwiesen wurde, dem Übel in. Sepphoris durch die Verhängung der der religiösen Behörde zur Verfügung stehenden Strafe des leichten 1 Jer. Jebam. VIII, 9 d, 3; Kidd. IV, 65 d, 37. 2 Kidd. 70 b; Streitsucht ist ihre Eigenschaft, Hos. 4, 4; in jer. Jebam. VIII, 9 d, 16; Kidd. IV, 65 d, 50 etwas verschieden; Bacher, Paläst. Amoräer II, 73, 2.

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