Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Journal
- Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums
- Volume
- 78 (1934)
- Issue
- Heft 1
- Article
- Familienreinheit und Sittlichkeit in Sepphoris im zweiten Jahrhundert
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 161 (sequence 36)
- Language
- German
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Familienreinheit und Sittlichkeit in Sepphoris im 2. Jahrh. 161 die Frage betreffs der Sünde des Hohepriesters und der Bedeutung seiner besudelten Kleider spätestens ,schon vor der Mitte des zweiten Jahrhunderts in den Lehrhäusern Judäas und Galiläas erörtert und ihre Erklärung von Judäa oder Galiläa nach Ephesus gebracht und im Berichte die für den Priester ungeeignete Frau als אשד. שאינה הגונה לכהונה bezeichnet wurde. Die oben angeführte Baraitha in Jebam. 99b von dem Priester, den die Ehe mit einer ihm nicht angemessenen Frau seines Anteiles an der Priesterhebe verlustig macht, zeigt, daß zur Zeit der Abfassung dieser Regel, wahrscheinlich im zweiten Jahrhundert in Galiläa, es Ahroniden gab, die solche Ehen eingingen. Ein Beispiel wird aus der Zeit des R. Jehudah I berichtet1: Als Rabbi einmal in ‘Akkö war, sah er einen ihm als Ahronide bekannten Mann auf heidnischem, levitisch unreinem Boden steigen; als er ihn fragte, ob er nicht der Sohn des Ahroniden N. und ob sein Vater nicht Ahronide gewesen sei, antwortete der Mann: Mein Vater hob seine Augen hoch, ehelichte eine ihm nicht angemessene Frau und beraubte mich meiner Priesterweihe. Ein Ahronide erzählte dem R. Johanan2, daß er nach Vorschrift vier Geschlechter des Stammbaums der Ahronidentochter, die er zur Frau nahm, untersucht habe; da erwiderte der Lehrer: Wer wird es uns melden, wenn ein Familienmakel in den voraufgehenden Müttern vorhanden war und die Untersuchung weiter geführt werden sollte? R. Johanan scheint Familien von galiläischen Ahroniden gekannt zu haben, deren Bemakelung durch Ehen mit Frauen von unreiner oder zweifelhaft reiner Abstammung fünf oder mehr Geschlechter zurücklag, wie er feierlich behauptete,, daß er bemakelte Familien kenne, aber aus Rücksicht auf die. mit ihnen verschwägerten Führer der Gemeinde sie nicht bekannt machen wolle3. 1 Jer. Sebiäth VI, 36 c, 20; in der Parallele in b. Synh. 5 b sah R. yijja den Mann zwischen Gräbern lind erfuhr von ihm, daß sein Vater eine geschiedene Frau geehelicht hat, vgl. Rasi. In jer. Bikkur. I, 64 a, 28; Kidd. IV, 66 b, 11 wird erzählt, daß R. Abahu (in Caesarea) einen Ahroniden, der die Tochter eines Proselyten ehelichte, geißeln ließ. 2 Jer. Kidd. IV 66 a4 . 3 Jer. Kidd. IV, 65 d, 47; b. 71a; die Quelle des R. Johanan scheint die Regel der Gegner des R. Meir in Baraitha jer. Kidd. IV, 66 a, אבל משפחה שנשתקע בה פסול רבי מאיר אומר בודק עד ארבע אימהות ומשיא וחכמים אומרים בודק לעולם :31 zu sein. Monatsschrift* 78. Jahrgang 11